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Kennzahlen Deutschland

BGM-Kennzahlen Deutschland 2026: Krankenstand, Fehlzeiten und Kosten in Zahlen

Krankenstand, Fehlzeiten, Kosten, psychische Gesundheit und BGM-Verbreitung in Deutschland: 77 Kennzahlen aus 35 Quellen, jede mit Herausgeber, Datenjahr, Bezugsbasis und Primärlink.

Stand: September 2026. Nächste planmäßige Aktualisierung: November 2026 (Fehlzeiten-Report 2026).

Schweizer Kennzahlen: health-prime.ch/bgm-zahlen-schweiz (Schweizer Website, nicht ineinander umgerechnet)

  • 14,6Arbeitstage Krankenstand je Arbeitnehmer, 2025Destatis
  • 85,6 Mrd. €Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, 2025IW Köln
  • 20,8AU-Tage je Beschäftigtem (Kalendertage), 2024BAuA

Erläuterung der öffentlich zugänglichen Evidenz und Rechtslage zu Bildungszwecken. Keine Rechts-, Steuer- oder medizinische Beratung. Verbindlich sind die verlinkten Gesetzestexte und Ihre Fachberatung im Einzelfall.

Kurzfassung: die wichtigsten Zahlen auf einen Blick#

Diese Seite fasst die aktuellen Kennzahlen zu Fehlzeiten, Krankenstand, psychischer Gesundheit und betrieblichem Gesundheitsmanagement in Deutschland zusammen, jede Zahl mit Quelle, Datenjahr, Publikationsjahr und Bezugsbasis. Der Krankenstand lag 2025 laut Statistischem Bundesamt bei durchschnittlich 14,6 Arbeitstagen je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer. Die Arbeitgeber wendeten 2025 rund 85,6 Milliarden Euro für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall auf.

Jede Zeile verlinkt auf die ausführliche Kennzahl weiter unten.

#ZahlAussageQuelleAnker
114,6 ArbeitstageKrankenstand je Arbeitnehmerin und Arbeitnehmer, 2025Statistisches Bundesamt (Arbeitszeitrechnung des IAB)krankenstand-destatis-2025
285,6 Mrd. EuroAufwendungen der Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, 2025IW Köln, IW-Kurzbericht Nr. 57/2026entgeltfortzahlung-iw-2025
3134 Mrd. EuroProduktionsausfallkosten durch Arbeitsunfähigkeit, 3,0 Prozent des Bruttonationaleinkommens, 2024BAuA / BMASproduktionsausfall-baua-2024
4152 EuroProduktionsausfall je Arbeitsunfähigkeitstag, 2024BAuA / BMASkosten-je-au-tag-baua-2024
5881,5 Mio.Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland, 2024BAuA / BMASau-tage-gesamt-baua-2024
616,7 %Anteil psychischer Störungen an allen AU-Tagen, 2024. Die Kassenwerte reichen von 12,0 bis 21,9 ProzentBAuA / BMASpsyche-anteil-baua-2024
7+164 %Anstieg der Fehltage wegen psychischer Störungen seit 2006, altersbereinigtTK-Gesundheitsreport 2026psyche-trend-tk-2025
842,0 %Anteil psychischer Störungen an den neuen Erwerbsminderungsrenten, 2024Deutsche Rentenversicherungem-renten-icd-drv-2024
952,0 %Organisationen, die die seit 2013 gesetzlich verpflichtende Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung umsetzen, 2025#whatsnext 2025 (IFBG, TK, Haufe), n = 1.441, selbstselektierte Stichprobegb-psych-whatsnext-2025
10282,0 Mio. EuroAusgaben der gesetzlichen Krankenkassen für betriebliche Gesundheitsförderung, 2024, bei 28.142 erreichten Betrieben und um 5 Prozent gesunkener BetriebszahlGKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst Bundbgf-ausgaben-gkv-2024
11600 Eurosteuerfreier Betrag je Mitarbeitendem und Jahr für Gesundheitsförderung§ 3 Nr. 34 EStGestg-600-euro
1268,6 %Beschäftigte, die 2016 mindestens einmal krank zur Arbeit gingenIAB, Linked Personnel Panelpraesentismus-iab-2016

Nicht in der Kurzfassung, mit Absicht. Keine Burnout-Prävalenz (Abschnitt 14). Keine Präsentismus-Kostenzahl (Abschnitt 5). Kein "Anteil der deutschen Unternehmen mit BGM", weil die ehrliche Antwort der Vier-Quellen-Vergleich in Abschnitt 7 ist und nicht eine Kachel.

Welche Krankenstandszahl stimmt? Die Quellen im Vergleich#

Alle acht stimmen. Keine zwei sind vergleichbar.

Für das Jahr 2025 veröffentlichen acht amtliche und halbamtliche Stellen in Deutschland einen Krankenstand. Die Werte reichen von 14,6 Arbeitstagen (Statistisches Bundesamt) bis 23,3 Kalendertagen (AOK). Der Abstand ist kein Fehler. Er entsteht aus vier Unterschieden: Kalendertage oder Arbeitstage, welches Versichertenkollektiv gezählt wird, ob alters- und geschlechtsstandardisiert wird und ob am Stichtag oder im Verlauf gemessen wird. Dazu kommt ein Bruch in allen kassenbasierten Reihen ab 2022.

Die Entscheidungsregel dieser Seite, in einem Satz: Für eine Aussage über Deutschland nehmen Sie Destatis. Für einen Vergleich Ihres Betriebs nehmen Sie den Report der Kasse, bei der Ihre Belegschaft überwiegend versichert ist. Für ein Kostenargument nehmen Sie BAuA.

Die acht Werte nebeneinander (Konfliktregister, Zeile 1)#

HerausgeberKrankenstandsquote 2025AU-Tage je BeschäftigtenBezugsbasisGrundgesamtheit
Statistisches Bundesamt / IAB5,9 % (Anteil Krankgemeldeter)14,6 ArbeitstageArbeitstagealle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
BMG, GKV-Statistik KM14,16 bis 6,73 % (Monatswerte)nicht ausgewiesenStichtag 1. des Monatsnur krankengeldberechtigte GKV-Mitglieder
Techniker Krankenkasse5,08 % (standardisiert)18,5 KalendertageKalendertage6,23 Mio. Erwerbspersonen
DAK-Gesundheit5,4 %19,5 KalendertageKalendertagerund 2,2 Mio. Erwerbstätige
BKK Dachverband (Monatsreihe)5,83 %nicht ausgewiesenKalendertageBKK-Mitglieder
Barmer / bifg6,02 % (standardisiert)21,98 KalendertageKalendertage3,52 Mio. Erwerbspersonen
BKK Dachverband (Report, Datenjahr 2024)6,1 %22,3 KalendertageKalendertageBKK-Mitglieder
AOK / WIdO6,4 %23,3 KalendertageKalendertagerund 14,9 Mio. erwerbstätige Versicherte
BAuA (alle GKV, Datenjahr 2024)nicht ausgewiesen20,8 KalendertageKalendertage32,6 Mio. GKV-Mitgliedsjahre

Redaktionsregel dieser Seite: Wir mitteln nie über Kassen hinweg, wir stellen nie den Wert einer einzelnen Kasse als "den deutschen Krankenstand" dar, und wir nennen in jedem Satz die Kasse, das Datenjahr und die Bezugsbasis.

Wie viele Arbeitstage fehlen Beschäftigte in Deutschland pro Jahr?#

14,6 Arbeitstage

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland waren im Jahr 2025 durchschnittlich 14,6 Arbeitstage krankgemeldet.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Krankenstand (Qualität der Arbeit, Dimension 2), Datenjahr 2025, Seitenstand Juli 2026. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-2/krankenstand.html
Bezugsbasis: Arbeitstage, alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Methode: Arbeitszeitrechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Vollerhebung auf Basis der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
Hinweis des Statistischen Bundesamtes, der mit dieser Zahl mitgeführt gehört: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen werden in der Regel erst ab dem dritten Tag ausgestellt, kurze Erkrankungen sind daher untererfasst, und der Anstieg seit 2022 ist wesentlich auf die zum 1. Januar 2022 eingeführte elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zurückzuführen.

Wie viele Beschäftigte sind in Deutschland im Jahresdurchschnitt krankgemeldet?#

5,9 Prozent

5,9 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland waren im Jahresdurchschnitt 2025 krankgemeldet, wie bereits im Vorjahr.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Krankenstand (Qualität der Arbeit, Dimension 2), Datenjahr 2025, Seitenstand Juli 2026. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-2/krankenstand.html
Bezugsbasis: Anteil der krankgemeldeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Jahresdurchschnitt.
Methode: Arbeitszeitrechnung des IAB.

Welchen Krankenstand veröffentlicht die Bundesregierung selbst?#

4,16 bis 6,73 Prozent, monatlich

Der Krankenstand der krankengeldberechtigten Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung lag 2025 je nach Monat zwischen 4,16 Prozent (Januar) und 6,73 Prozent (Oktober), jeweils gemessen am Stichtag des Monatsersten.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, GKV-Statistik KM1, Monatswerte Januar bis Dezember 2025, Datenjahr 2025, Stand 5. Januar 2026. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Statistiken/GKV/Mitglieder_Versicherte/KM1_Januar_bis_Dezember_2025.pdf
Bezugsbasis: arbeitsunfähige krankengeldberechtigte Mitglieder in Prozent aller krankengeldberechtigten Mitglieder, Stichtag jeweils 1. des Monats, Bund insgesamt, Schlüsselnummer 15030.
Methode: amtliche GKV-Mitgliederstatistik, Vollerhebung bei allen gesetzlichen Krankenkassen.

Monatswerte 2025: Januar 4,16 · Februar 6,17 · März 5,93 · April 6,66 · Mai 5,06 · Juni 4,41 · Juli 5,78 · August 6,01 · September 5,45 · Oktober 6,73 · November 4,98 · Dezember 6,62 Prozent.

Dies ist die einzige Krankenstandsreihe, die die Bundesregierung selbst veröffentlicht. Sie ist monatlich, kostenlos und im deutschen BGM-Web praktisch nicht präsent, weil sie in einer rund 5 MB großen PDF-Tabellensammlung steht.

Was ergibt der Jahresdurchschnitt der KM1-Monatswerte?#

5,66 Prozent (eigene Berechnung)

Das arithmetische Mittel der zwölf Stichtagswerte der GKV-Statistik KM1 für 2025 beträgt 5,66 Prozent.
Quelle der Ausgangsdaten: Bundesministerium für Gesundheit, GKV-Statistik KM1, Datenjahr 2025, publiziert Januar 2026. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Statistiken/GKV/Mitglieder_Versicherte/KM1_Januar_bis_Dezember_2025.pdf
Bezugsbasis: Mittelwert von zwölf Stichtagswerten, nicht ein Jahreskrankenstand.
Methode: eigene Berechnung von HEALTH PRIME. Das BMG veröffentlicht keinen Jahresdurchschnitt.
Vorbehalt, der mit der Zahl mitgeführt gehört: Ein Mittel aus Stichtagswerten ist kein Jahreskrankenstand. Es gewichtet den Monatsersten über und wird von Feiertagen verzerrt. Der Januarwert von 4,16 Prozent ist eine Messung am Neujahrstag. Wir veröffentlichen diesen Wert ausschließlich als gekennzeichnete eigene Rechnung mit angegebener Methode.

Welchen Krankenstand meldet die Techniker Krankenkasse?#

5,08 Prozent, 18,5 Fehltage

Der alters- und geschlechtsstandardisierte Krankenstand der bei der Techniker Krankenkasse versicherten Erwerbspersonen lag 2025 bei 5,08 Prozent, das entspricht 18,5 Fehltagen je Erwerbsperson (2024: 5,23 Prozent).
Quelle: Techniker Krankenkasse, Gesundheitsreport 2026, Teilband Arbeitsunfähigkeiten, Datenjahr 2025, publiziert 2026. https://www.tk.de/resource/blob/2214302/78df7e278b4eb9519cf89ef483ecb8a7/gesundheitsreport-au-2026-data.pdf
Bezugsbasis: Kalendertage, 6,23 Mio. bei der TK versicherte Erwerbspersonen, rund 17,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, alters- und geschlechtsstandardisiert.
Methode: Routinedatenauswertung der TK-Arbeitsunfähigkeitsmeldungen durch das aQua-Institut, Göttingen. Insgesamt 10,59 Mio. AU-Fälle und 119,72 Mio. Fehltage.
Hinweis: Die TK-Pressetabelle weist 18,6 Tage aus, der Report selbst den standardisierten Wert 18,5. Wir verwenden den Reportwert und nennen die Standardisierung.

Welchen Krankenstand meldet die DAK-Gesundheit?#

5,4 Prozent, 19,5 Fehltage

Der Krankenstand der erwerbstätigen DAK-Versicherten lag 2025 bei 5,4 Prozent, das entspricht 19,5 Fehltagen je Beschäftigtem (2024: 5,4 Prozent und 19,7 Tage).
Quelle: DAK-Gesundheit, Gesundheitsreport 2026, Datenjahr 2025, publiziert 20. Juli 2026. https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/gesundheitsreport-2026_223108
Bezugsbasis: Kalendertage, rund 2,2 Mio. erwerbstätige DAK-Versicherte, Basis 1.953,1 AU-Tage je 100 ganzjährig Versicherte.
Methode: Routinedatenauswertung durch das IGES Institut. Betroffenenquote 62,5 Prozent, 200,1 AU-Fälle je 100 Versichertenjahre, durchschnittliche Falldauer 9,8 Tage.

Welchen Krankenstand meldet der BKK Dachverband?#

5,83 Prozent

Der Krankenstand der BKK-Mitglieder lag 2025 im Jahresdurchschnitt bei 5,83 Prozent (2024: 5,90 Prozent).
Quelle: BKK Dachverband, monatlicher Krankenstand, Pressemitteilung vom 19. Februar 2026, Datenjahr 2025. https://www.bkk-dachverband.de/statistik/monatlicher-krankenstand
Bezugsbasis: Kalendertage, BKK-Pflichtmitglieder mit Krankengeldanspruch.
Methode: monatliche Auswertung der BKK-Mitgliederdaten. Dies ist die am schnellsten aktualisierte deutsche Krankenstandsreihe.
Hinweis: Diese Monatsreihe darf nicht mit der Reportreihe des BKK Dachverbands vermischt werden. Der BKK Gesundheitsreport 2025 weist für das Datenjahr 2024 einen Krankenstand von 6,1 Prozent und 22,3 AU-Tage je Beschäftigtem aus, auf anderer Berechnungsbasis.

Welchen Krankenstand meldet die Barmer?#

6,02 Prozent, 21,98 Fehltage

Der alters- und geschlechtsstandardisierte Krankenstand der bei der Barmer versicherten Erwerbspersonen lag 2025 bei 6,02 Prozent, das entspricht 21,98 Fehltagen je Versicherungsjahr (2024: 6,17 Prozent).
Quelle: BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg), Gesundheitsreport 2026, Datenjahr 2025, publiziert April 2026. https://www.bifg.de/media/dl/Reporte/Gesundheitsreporte/2026/bifg-gesundheitsreport-2026-standardauswertungen.pdf
Bezugsbasis: Kalendertage, 3,52 Mio. Erwerbspersonen, alters- und geschlechtsstandardisiert, 2.198 AU-Tage je 100 Versicherungsjahre.
Methode: Standardauswertung der Barmer-Routinedaten. 201 AU-Fälle je 100 Versicherungsjahre, 10,9 AU-Tage je Fall, Betroffenheitsquote 68,3 Prozent, Männer 5,73 gegenüber Frauen 6,37 Prozent.

Welchen Krankenstand meldet die AOK?#

6,4 Prozent, 23,3 Fehltage

Der Krankenstand der erwerbstätigen AOK-Versicherten lag 2025 bei 6,4 Prozent, das entspricht 23,3 AU-Tagen je Beschäftigtem (2024: 23,9 Tage; Höchststand 2022: 24,5 Tage).
Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Fehlzeiten-Bilanz 2025, Pressemitteilung vom 16. März 2026, Datenjahr 2025. https://www.wido.de/news-presse/pressemitteilungen/2026/fehlzeiten-bilanz-2025-leichter-rueckgang-der-krankheitstage-weiterhin-hohe-ausfallzeiten-wegen-langzeiterkrankungen/
Bezugsbasis: Kalendertage, rund 14,9 Mio. erwerbstätige AOK-Versicherte, nicht standardisiert.
Methode: Routinedatenauswertung des WIdO. Das WIdO weist selbst darauf hin, dass das hohe Niveau seit 2022 wesentlich ein statistischer Effekt der eAU-Einführung ist.

Welchen Wert verwendet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin?#

20,8 AU-Tage

Auf eine arbeitnehmende Person in Deutschland entfielen im Jahr 2024 durchschnittlich 20,8 Arbeitsunfähigkeitstage.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga, Kostenblatt Stand 3. Dezember 2025. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Kalendertage, 32,6 Mio. GKV-Mitgliedsjahre (Pflicht- und freiwillige Mitglieder mit Krankengeldanspruch aus AOK, BKK, Ersatzkassen und SVLFG).
Methode: Aggregation der GKV-Arbeitsunfähigkeitsstatistiken, kombiniert mit den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes. Gerechnet wird in Mitgliedsjahren, nicht in Personen: eine halbjährige Mitgliedschaft zählt als 0,5. Die Reihe besteht seit 1994 (erstes Berichtsjahr 1993).

Warum unterscheiden sich Kalendertage und Arbeitstage so stark?#

23,55 Kalendertage entsprechen rechnerisch rund 14,2 Arbeitstagen

Die mitgliedergewichtete Zusammenfassung der AOK- und BKK-Werte von 23,55 Kalendertagen für das Jahr 2023 entspricht bei 220 Arbeitstagen im Jahr rund 14,2 Arbeitstagen, gegenüber dem Destatis-Wert von 15,1 Arbeitstagen für dasselbe Jahr.
Quelle: Pimpertz, J. und Holtmeyer, L. (2025), Krankenstand in Deutschland. Entwicklung und Einflussfaktoren, IW-Report Nr. 26, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, 10. Juni 2025, Seite 11 f., Datenjahr 2023. https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2025/IW-Report_2025-Krankenstand.pdf
Bezugsbasis: Umrechnung von Kalendertagen in Arbeitstage bei 220 Soll-Arbeitstagen.
Methode: methodischer Abgleich der kassenbasierten Statistiken mit der Arbeitszeitrechnung des IAB.
Was die verbleibende Differenz erklärt: Wochenend- und Feiertagsarbeit in einzelnen Branchen, sowie Krankschreibungen, die nur bis zum kommenden Wochenende ausgestellt werden.
Einordnung: Das Institut der deutschen Wirtschaft ist arbeitgeberfinanziert und plädiert in derselben Publikationsreihe für eine Begrenzung der Entgeltfortzahlung. Wir zitieren die methodische Rechnung, nicht die politische Einordnung.

Welche Rolle spielt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Anstieg seit 2022?#

36,2 Prozent des Anstiegs bei Atemwegserkrankungen

Das IGES Institut führt im Auftrag der DAK-Gesundheit 36,2 Prozent des beobachteten Anstiegs der Arbeitsunfähigkeit wegen Atemwegserkrankungen auf die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zurück. Für die telefonische Krankschreibung findet IGES keinen Effekt auf den Krankenstand.
Quelle: zitiert nach Pimpertz, J. und Holtmeyer, L. (2025), IW-Report Nr. 26, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, publiziert 2025. https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2025/IW-Report_2025-Krankenstand.pdf
Bezugsbasis: Anteil am beobachteten Anstieg der AU-Fälle wegen Atemwegserkrankungen, nicht am Krankenstand insgesamt.
Methode: IGES-Analyse für die DAK-Gesundheit, zitiert im IW-Report.

Was seit 2022 anders ist. Seit dem 1. Januar 2022 übermitteln Arztpraxen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen elektronisch an die Krankenkassen, seit dem 1. Januar 2023 sind Arbeitgeber zum elektronischen Abruf verpflichtet (§ 109 SGB IV, § 295 Abs. 1 SGB V, § 5 Abs. 1a EFZG). Vorher erfasste eine Kasse eine Bescheinigung nur, wenn das Mitglied sie einreichte. Jede Zeitreihe, die über 2022 läuft, braucht eine sichtbare Bruchmarkierung. Auf dieser Seite steht der Hinweis auf den Bruch bei jeder betroffenen Zahl.

Fehlzeiten in Deutschland#

Wie hat sich der Krankenstand seit 1991 entwickelt?#

12,7 Arbeitstage (1991), 8,1 (2007), 14,6 (2025)

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland waren 1991 durchschnittlich 12,7 Arbeitstage krankgemeldet, 2007 mit 8,1 Arbeitstagen so wenig wie nie zuvor oder danach, und 2025 wieder 14,6 Arbeitstage.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Krankenstand (Qualität der Arbeit, Dimension 2), Datenjahre 1991, 2007 und 2025, Seitenstand Juli 2026. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-2/krankenstand.html
Bezugsbasis: Arbeitstage, alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
Methode: Arbeitszeitrechnung des IAB.
Weitere Stützwerte derselben Reihe: Der Anteil der Krankgemeldeten lag 1991 bei 5,1 Prozent und erreichte 2006 mit 3,3 Prozent seinen tiefsten Wert. Der Rückgang von 1991 bis 2007 betrug 36 Prozent. Von 2021 (11,2 Arbeitstage) bis 2025 stieg der Wert um 3,4 Tage.
Vorbehalt: Der Anstieg seit 2021 ist nach Angabe des Statistischen Bundesamtes wesentlich auf die Vollständigkeitsverbesserung durch die eAU zurückzuführen und daher nicht ohne Weiteres als Verschlechterung der Gesundheit zu lesen. Die Zwischenjahre der Reihe zwischen 1991 und 2025 sind nicht einzeln gegen die Quelle geprüft und erscheinen deshalb nicht.

Wie viele Arbeitsunfähigkeitstage fallen in Deutschland insgesamt an?#

881,5 Mio. AU-Tage

In Deutschland fielen im Jahr 2024 insgesamt 881,5 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage an, was 2,4 Millionen ausgefallenen Erwerbsjahren entspricht.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga, Kostenblatt Stand 3. Dezember 2025. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Kalendertage, 32,6 Mio. GKV-Mitgliedsjahre.
Methode: Aggregation der GKV-AU-Statistiken kombiniert mit den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.

In welchen Branchen ist der Krankenstand am höchsten?#

14,3 bis 26,3 AU-Tage

Die AU-Tage je arbeitnehmender Person reichten 2024 von 14,3 Tagen im Wirtschaftszweig Information und Kommunikation bis 26,3 Tagen im Bereich öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Kalendertage, GKV-Mitgliedsjahre, Gliederung nach Wirtschaftszweigen der Klassifikation WZ 2008.
Methode: wie oben. Die Produktionsausfallkosten je AU-Tag reichen über dieselbe Gliederung von 77 bis 267 Euro.

In welchen Bundesländern ist der Krankenstand am höchsten?#

5,6 bis 7,5 Prozent

Der Krankenstand der erwerbstätigen AOK-Versicherten reichte 2025 von 5,6 Prozent in Berlin bis 7,5 Prozent in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern; Bayern und Baden-Württemberg lagen bei je 5,8 Prozent.
Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Fehlzeiten-Bilanz 2025, Pressemitteilung vom 16. März 2026, Datenjahr 2025. https://www.wido.de/news-presse/pressemitteilungen/2026/fehlzeiten-bilanz-2025-leichter-rueckgang-der-krankheitstage-weiterhin-hohe-ausfallzeiten-wegen-langzeiterkrankungen/
Bezugsbasis: Kalendertage, rund 14,9 Mio. erwerbstätige AOK-Versicherte, Gliederung nach Bundesland.
Methode: Routinedatenauswertung des WIdO. Dies ist die einzige regionale Krankenstandsgliederung in Deutschland; sie bildet ausschließlich AOK-Versicherte ab.

Welchen Anteil haben Langzeiterkrankungen an den Fehltagen?#

3,3 Prozent der Fälle, über 40 Prozent der Tage

Arbeitsunfähigkeitsfälle mit einer Dauer von mehr als sechs Wochen machten 2025 nur 3,3 Prozent aller Fälle aus, verursachten aber über 40 Prozent aller Fehltage.
Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Fehlzeiten-Bilanz 2025, Pressemitteilung vom 16. März 2026, Datenjahr 2025. https://www.wido.de/news-presse/pressemitteilungen/2026/fehlzeiten-bilanz-2025-leichter-rueckgang-der-krankheitstage-weiterhin-hohe-ausfallzeiten-wegen-langzeiterkrankungen/
Bezugsbasis: Kalendertage, erwerbstätige AOK-Versicherte.
Methode: Routinedatenauswertung des WIdO.
Warum das für die Kostenrechnung entscheidend ist: Die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers endet nach sechs Wochen (§ 3 Abs. 1 EFZG). Der Kostenanteil, den ein Arbeitgeber selbst trägt, ist deshalb systematisch kleiner als der Fehltagesanteil.

Wie verändern sich Fehlzeiten mit dem Alter?#

2.693 gegenüber 1.744 Fehltagen je 100 Versicherte

Beschäftigte ab 50 Jahren verursachten 2025 durchschnittlich 2.693 Fehltage je 100 Versicherte, unter 50-Jährige 1.744 Fehltage; die durchschnittliche Falldauer betrug 16,3 gegenüber 8,2 Tagen.
Quelle: DAK-Gesundheit, Gesundheitsreport 2026, Schwerpunkt "Arbeiten ab 50", Datenjahr 2025, publiziert 20. Juli 2026. https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/gesundheitsreport-2026_223108
Bezugsbasis: Kalendertage, rund 2,2 Mio. erwerbstätige DAK-Versicherte.
Methode: Routinedatenauswertung durch das IGES Institut. Der Krankenstand steigt in dieser Auswertung von 5,8 Prozent im Alter von 50 Jahren auf 11,0 Prozent im Alter von 66 Jahren.

Welche Diagnosegruppen verursachen die meisten Fehltage?#

Muskel-Skelett 19,4 Prozent, Atmungssystem 18,1 Prozent, psychische Störungen 16,7 Prozent

Auf Muskel-Skelett-Erkrankungen entfielen 2024 171,3 Millionen AU-Tage (19,4 Prozent), auf Erkrankungen des Atmungssystems 159,2 Millionen (18,1 Prozent), auf psychische und Verhaltensstörungen 147,3 Millionen (16,7 Prozent) und auf Verletzungen 82,3 Millionen (9,3 Prozent).
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Kalendertage, 32,6 Mio. GKV-Mitgliedsjahre, ICD-10-Kapitel.
Methode: Aggregation der GKV-AU-Statistiken.

ICD-10GruppeAU-Tage (Mio.)AnteilProduktionsausfall (Mrd. Euro)
M00-M99Muskel-Skelett-System171,319,4 %26,1
J00-J99Atmungssystem159,218,1 %24,3
F00-F99Psychische und Verhaltensstörungen147,316,7 %22,5
S00-T98Verletzungen und Vergiftungen82,39,3 %12,5
alle Diagnosegruppen881,5100 %134,3

Wie viele Beschäftigte sind im Jahr überhaupt einmal krankgeschrieben?#

68,3 Prozent

68,3 Prozent der bei der Barmer versicherten Erwerbspersonen hatten 2025 mindestens eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung; bei der DAK lag die Betroffenenquote 2025 bei 62,5 Prozent.
Quelle: BARMER Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg), Gesundheitsreport 2026, Datenjahr 2025, publiziert April 2026 (https://www.bifg.de/media/dl/Reporte/Gesundheitsreporte/2026/bifg-gesundheitsreport-2026-standardauswertungen.pdf); DAK-Gesundheit, Gesundheitsreport 2026, Datenjahr 2025, publiziert 20. Juli 2026 (https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/gesundheitsreport-2026_223108).
Bezugsbasis: Kalendertage, Barmer 3,52 Mio. Erwerbspersonen standardisiert, DAK rund 2,2 Mio. erwerbstätige Versicherte.
Methode: Routinedatenauswertungen der jeweiligen Kasse. Die beiden Werte sind wegen unterschiedlicher Kollektive und Standardisierung nicht direkt vergleichbar.

Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt es in Deutschland?#

42,3 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt 2025 gab es in Deutschland 46,0 Millionen Erwerbstätige, darunter 42,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und 3,7 Millionen Selbstständige.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 001 vom 2. Januar 2026, Erwerbstätigenrechnung, Jahresdurchschnitt 2025, Inlandskonzept. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_001_13321.html
Bezugsbasis: Inlandskonzept, Jahresdurchschnitt.
Methode: Erwerbstätigenrechnung des Statistischen Bundesamtes, EVAS 13321.
Anwendungshinweis: Für Hochrechnungen mit den BAuA- oder Destatis-Fehlzeitenwerten ist 42,3 Mio. Arbeitnehmer der richtige Nenner, nicht 46,0 Mio. Erwerbstätige. Die Verwechslung überschätzt eine nationale Hochrechnung um rund 9 Prozent.

Was Fehlzeiten kosten#

Deutschland hat, anders als die Schweiz, eine amtliche Kostenzahl je Ausfalltag und eine gesetzlich definierte Arbeitgeberkostenposition. Beides macht diesen Abschnitt zum belastbarsten Kostenkapitel, das für einen deutschsprachigen Markt möglich ist. Es macht ihn auch zum Abschnitt, in dem am häufigsten falsch gerechnet wird.

Die drei Kostenbegriffe, die nicht dasselbe sind.

BegriffWas gemessen wirdWer die Kosten trägtWofür der Wert taugt
Produktionsausfall (152 Euro je AU-Tag)Lohn- und Sozialversicherungskosten des ausgefallenen TagesArbeitgeber, bis zur Sechs-Wochen-GrenzeDas ehrliche Maß für eine Arbeitgeberrechnung
Ausfall an Bruttowertschöpfung (258 Euro je AU-Tag)zusätzlich der entgangene Wertschöpfungsbeitrag inklusive Betriebsüberschussdie VolkswirtschaftVolkswirtschaftliche Argumente. Für die Ersparnis eines einzelnen Betriebs überschätzt dieser Wert um rund 70 Prozent.
Direkte Krankheitskosten (491,6 Mrd. Euro)medizinische BehandlungskostenKranken- und Pflegeversicherung, private HaushalteGesundheitsökonomische Einordnung. Enthält keinen Produktionsausfall und ist keine Fehlzeitenkostenzahl.

Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Ausfallkosten der Arbeitsunfähigkeit?#

134 Mrd. Euro

Die Produktionsausfallkosten durch Arbeitsunfähigkeit betrugen in Deutschland im Jahr 2024 rund 134 Milliarden Euro, das entspricht 3,0 Prozent des Bruttonationaleinkommens.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga, Kostenblatt Stand 3. Dezember 2025. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Lohnkostenansatz, 881,5 Mio. AU-Tage, 32,6 Mio. GKV-Mitgliedsjahre.
Methode: Bewertung der ausgefallenen Erwerbsjahre mit dem durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelt aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen.
Vorbehalt, den die BAuA selbst formuliert und der mitgeführt gehört: Die Zahl beschreibt ein Präventionspotenzial unter der extremen Annahme, dass sich alle Fehlzeiten vermeiden ließen. Sie ist kein erreichbares Einsparvolumen und darf von einem BGM-Anbieter nicht als adressierbarer Markt dargestellt werden.

Wie hoch ist der Ausfall an Bruttowertschöpfung?#

227 Mrd. Euro

Der Ausfall an Bruttowertschöpfung durch Arbeitsunfähigkeit betrug in Deutschland im Jahr 2024 rund 227 Milliarden Euro, das entspricht 5,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Bruttowertschöpfungsansatz, 881,5 Mio. AU-Tage.
Methode: Bewertung der ausgefallenen Erwerbsjahre mit der durchschnittlichen Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen.
Wichtige Klarstellung: Diese 227 Milliarden Euro sind Absentismuskosten, keine Präsentismuskosten. Mehrere deutsche Seiten bezeichnen den Wert als "Kosten von Präsentismus". Das ist falsch. Siehe Abschnitt 5.

Was kostet ein Fehltag volkswirtschaftlich?#

152 Euro je AU-Tag

Je Arbeitsunfähigkeitstag entstand 2024 in Deutschland ein Produktionsausfall von 152 Euro und ein Ausfall an Bruttowertschöpfung von 258 Euro.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: gesamtwirtschaftlicher Durchschnitt über alle Wirtschaftszweige, 881,5 Mio. AU-Tage.
Methode: Division der Gesamtausfallkosten durch die AU-Tage. Nach Wirtschaftszweigen reicht der Produktionsausfall je AU-Tag von 77 bis 267 Euro.
Auf das Jahr und die Person gerechnet: 3.177 Euro Produktionsausfall und 5.376 Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung je arbeitnehmender Person, bei 20,8 AU-Tagen, gleiche Quelle und gleiche Bezugsbasis.
Vorbehalt: Es ist ein makroökonomischer Durchschnitt, nicht die Kostenrechnung eines einzelnen Betriebs.

Wie viel zahlen deutsche Arbeitgeber pro Jahr für die Entgeltfortzahlung?#

85,6 Mrd. Euro

Die Aufwendungen der Arbeitgeber in Deutschland für die krankheitsbedingte Entgeltfortzahlung beliefen sich im Jahr 2025 auf geschätzte 85,6 Milliarden Euro.
Quelle: Pimpertz, Jochen (2026), Entgeltfortzahlung bei Krankheit kostet 85,6 Milliarden Euro, IW-Kurzbericht Nr. 57/2026, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, 29. August 2026, DOI 10.67087/19.21483, Datenjahr 2025. https://www.iwkoeln.de/studien/jochen-pimpertz-entgeltfortzahlung-bei-krankheit-kostet-856-milliarden-euro.html
Bezugsbasis: alle Arbeitgeber in Deutschland, Kalenderjahr 2025, ohne Mutterschutz.
Methode: Schätzung. Die Bruttoentgelte während Krankheit stammen aus dem Sozialbudget des BMAS (Tabelle III-2); die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung werden über die Verteilung der Entgeltklassen aus der DRV-Versichertenstatistik geschätzt, weil Beiträge nur bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen anfallen. Das IW bezeichnet den Wert selbst als Schätzung.
Zusammensetzung: 72,5 Milliarden Euro Bruttoentgelte und 13,1 Milliarden Euro geschätzte Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Zusätzlich 3,2 Milliarden Euro Mutterschutz, die nicht krankheitsbedingt sind und daher nicht in der Zahl stecken. Vorjahreswert (Datenjahr 2024): 82 Milliarden Euro. Das IW schreibt, die Aufwendungen hätten sich binnen anderthalb Jahrzehnten nominal mehr als verdoppelt.
Größenvergleich, gleiche Quellenfamilie: Im Datenjahr 2023 entsprachen die Aufwendungen der Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung dem Vierfachen der Krankengeldausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung und rund 25 Prozent der gesamten GKV-Ausgaben (Pimpertz, J. und Holtmeyer, L. (2025), IW-Report Nr. 26, publiziert 10. Juni 2025, https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2025/IW-Report_2025-Krankenstand.pdf).
Einordnung: Redaktionelle Transparenz gehört dazu. Das Institut der deutschen Wirtschaft ist arbeitgeberfinanziert und argumentiert in derselben Publikation für eine Begrenzung der Entgeltfortzahlung. Wir zitieren die Kostenzahl und übernehmen die politische Einordnung nicht.

Welches Bruttojahresentgelt ist die richtige Rechengrundlage?#

54.066 Euro Median, 64.441 Euro Mittelwert

Der mittlere Bruttojahresverdienst Vollzeitbeschäftigter einschließlich Sonderzahlungen lag 2025 in Deutschland bei 54.066 Euro im Median und 64.441 Euro im arithmetischen Mittel.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 113 vom 1. April 2026, Verdiensterhebung, Datenjahr 2025. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_113_621.html
Bezugsbasis: Vollzeitbeschäftigte mit mindestens sieben bezahlten Arbeitsmonaten, einschließlich steuerpflichtiger Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Methode: Verdiensterhebung nach § 4 VerdStatG, monatliche Erhebungspflicht seit Januar 2022, geschichtete Zufallsstichprobe von bis zu 58.000 Betrieben ab einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Weitere Werte 2025: oberstes Dezil ab 100.719 Euro, unterstes Dezil bis 33.828 Euro, oberstes Prozent ab 219.110 Euro. Branchenspanne: Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 91.678 Euro, Information und Kommunikation 86.638 Euro, Land- und Forstwirtschaft 40.425 Euro, Gastgewerbe 39.749 Euro.
Abgrenzungshinweis: Der monatliche Bruttoverdienst Vollzeit ohne Sonderzahlungen betrug im April 2025 4.784 Euro bei 39,1 bezahlten Wochenstunden. 4.784 mal 12 ergibt 57.408 Euro und ist mit den 64.441 Euro bewusst nicht vergleichbar.

Kann man die Arbeitskosten je Stunde als Kosten eines Fehltags verwenden?#

45,00 Euro je geleisteter Arbeitsstunde, und nein

Die Arbeitskosten je geleisteter Arbeitsstunde betrugen 2025 in Deutschland 45,00 Euro (2024: 43,50 Euro).
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 148 vom 29. April 2026, Arbeitskostenerhebung, Datenjahr 2025. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_148_624.html
Bezugsbasis: geleistete Arbeitsstunden, gesamte Wirtschaft ohne Land- und Forstwirtschaft.
Methode: Arbeitskostenindex des Statistischen Bundesamtes.
Warum die im Markt verbreitete Rechnung "8 Stunden mal 45 Euro gleich 360 Euro je Fehltag" konzeptionell falsch ist: Der Stundenwert entsteht durch Division der jährlichen Arbeitskosten durch die tatsächlich geleisteten Stunden. Fehlzeiten sind darin bereits herausgerechnet. Wer den Wert mit acht multipliziert, zählt sie ein zweites Mal. Die richtige lohnbasierte Größe ist der BAuA-Wert von 152 Euro, weil er das Arbeitnehmerentgelt auf Erwerbsjahre und nicht auf geleistete Stunden verteilt.

Wie hoch sind die direkten Krankheitskosten in Deutschland?#

491,6 Mrd. Euro

Die direkten Krankheitskosten in Deutschland beliefen sich im Jahr 2023 auf 491,6 Milliarden Euro, das entspricht 5.900 Euro je Einwohnerin und Einwohner.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 293 vom 8. August 2025, Krankheitskostenrechnung, Datenjahr 2023. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_293_236.html
Bezugsbasis: direkte medizinische Kosten, Wohnbevölkerung Deutschland. Genesis-Statistik 23631.
Methode: Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamtes, seit 2023 jährlicher Zyklus mit rund achtzehn Monaten Abstand. Die Jahre 2015, 2020 und 2023 sind methodisch vergleichbar; die Reihe 2002 bis 2008 ist es nicht.
Diese Zahl ist nicht die Kostenzahl der Fehlzeiten. Die Krankheitskostenrechnung enthält ausschließlich direkte Behandlungskosten und schließt den Produktionsausfall ausdrücklich aus. Die BAuA-Werte (134 und 227 Mrd. Euro) bilden die indirekte Seite ab. Die beiden Rechnungen ergänzen sich, sie sind keine Alternativen, und sie dürfen nicht addiert werden.

Was kostet ein Fehltag laut Gallup?#

347,20 Euro je Fehltag

Gallup rechnet für Deutschland im Engagement Index 2025 mit Kosten von 347,20 Euro je Fehltag.
Quelle: Gallup (2026), Gallup Engagement Index Deutschland 2025, Gallup GmbH, Berlin, Datenjahr 2025, publiziert 12. März 2026. https://www.gallup.com/file/de/702908/Engagement_Index_Deutschland_2025_Bericht.pdf
Bezugsbasis: Rechengröße innerhalb der Gallup-Kostenmodellierung, Basis Statistisches Bundesamt 2025.
Methode: Modellrechnung von Gallup auf Basis der selbstberichteten Fehltage der Befragten.
Einordnung: Der Wert liegt deutlich über dem BAuA-Produktionsausfall von 152 Euro, weil er anders abgegrenzt ist. Wir führen ihn als Gallup-Rechengröße und nicht als amtliche Kostenzahl je Fehltag. Die Verwendung dieser Zahl auf dieser Seite erfolgt mit dem von Gallup verlangten Rückverweis auf das Originaldokument.

Der Fehlzeitenkosten-Rechner#

Die vorhandenen Ausfallkostenrechner arbeiten mit Annahmebasen, die um den Faktor zwei bis drei auseinanderliegen: Arbeitstage 220, 250 oder 365; Arbeitgeberanteil Sozialversicherung 20,0, 21,0 oder 23,38 Prozent; Kosten je Tag zwischen 152 und 1.000 Euro. Dieser Rechner nennt seine Annahmen, begründet sie und druckt die Formel mit Ihren Zahlen unter das Ergebnis. Er schätzt ein Kostenvolumen, keine Einsparung, und ersetzt keine Kostenrechnung.

Diese Berechnung läuft vollständig in Ihrem Browser. Es werden keine Daten an uns übertragen.

Rechenweg
Ihre Annahme

Steuert die BAuA-Voreinstellungen und den Branchenvergleich. L 68 Grundstücks- und Wohnungswesen wird nicht angeboten; BAuA bezeichnet den dortigen Wert selbst als Artefakt.

Arbeitstage und Kalendertage sind nicht dasselbe. Destatis zählt Arbeitstage aller Arbeitnehmer, BAuA Kalendertage je GKV-Mitgliedsjahr. Mischen Sie beide nicht.

Leer lassen für die Vorbelegung (14,6).

€
Quellenwert

Vorbelegt: Median Vollzeit 54.066 € (Destatis 2025). Das Mittel von 64.441 € überschätzt die Kosten eines typischen Unternehmens.

Ihre AnnahmeMarktkonvention 220

Einstellbar 200 bis 250. 365 wird nicht angeboten, weil ein Kalendertag kein bezahlter Arbeitstag ist.

%

Kein Standardwert. Setzen Sie Ihren Satz; Beiträge fallen nur bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen an. Leer bedeutet: nicht angesetzt.

Ihre Annahme

1,0 bis 2,0. Für diesen Faktor gibt es keine deutsche Primärquelle; 1,0 bedeutet: kein Overhead.

%
Quellenwert

Vorbelegt mit 40 % (WIdO, Fehlzeiten-Report 2025, Datenjahr 2024). Überschreibbar.

Geschätztes Kostenvolumen der Fehlzeiten pro Jahr897.004 €
Tagesentgelt        = 54.066 € / 220            = 245,75 €
Entgeltfortzahlung  = 245,75 × 14,6 × 250     = 897.004 €
Arbeitgeberkosten   = 897.004 × 1,000 (SV nicht angesetzt) = 897.004 €
Gesamtkosten        = 897.004 × 1,00           = 897.004 €
Kosten je Fehltag   = 897.004 / (14,6 × 250) = 245,75 €

Fehltage: QuellenwertDestatis 2025, Arbeitstage

Zum Vergleich: BAuA weist für Gesamtwirtschaft einen Produktionsausfall von 152 € und einen Bruttowertschöpfungsausfall von 258 € je AU-Tag aus (Datenjahr 2024). BAuA rechnet über alle Beschäftigten einschließlich Teilzeit, dieser Rechenweg mit dem eingesetzten Entgelt.

Steuerfreier Rahmen nach § 3 Nr. 34 EStG für Ihre Belegschaft: bis zu 150.000 € im Jahr (600 € je Beschäftigtem, unter den Voraussetzungen, die der Business Case in Abschnitt 11 erläutert).

Der deutsche Sechs-Wochen-Schnitt (Näherung über den Anteil)

In Fällen bis sechs Wochen: 538.202 € (60 %). In Fällen über sechs Wochen: 358.802 € (40 %).

Nach § 3 Abs. 1 EntgFG zahlen Sie bis zu sechs Wochen je Krankheitsfall fort; danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Ihr direkter Lohnaufwand ist damit gedeckelt. Eine Rechnung, die alle Fehltage mit einem Tagessatz multipliziert, überschätzt ihn. Der Anteilsschnitt ist eine Näherung, keine Detailrechnung nach EntgFG und SGB V.

Einordnung, keine Zielvorgabe

Ihre 14,6 Fehltage stehen neben dem BAuA-Branchenwert Gesamtwirtschaft: 20,8 und dem Bundeswert 20,8 (Kalendertage, Datenjahr 2024). Ihr Wert ist in Arbeitstagen gerechnet, die Vergleichswerte in Kalendertagen; die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar. Wir rechnen nicht aus, was eine Annäherung an einen Bestwert „einsparen“ würde.

Dieser Rechner zeigt Ihr Kostenvolumen, nicht Ihr Einsparpotenzial. Wie viel davon durch betriebliche Gesundheitsmaßnahmen beeinflussbar ist, lässt sich für ein einzelnes Unternehmen nicht seriös vorhersagen. Die methodisch besten Studien finden dazu widersprüchliche oder keine Effekte. Wir rechnen Ihnen deshalb keine Einsparung vor.

Quellen: BAuA, Volkswirtschaftliche Kosten durch Arbeitsunfähigkeit 2024; Destatis, Krankenstand 2025; Destatis Verdiensterhebung 2025; WIdO, Fehlzeiten-Report 2025. Die BAuA-Werte unterschätzen Kurzzeitfälle, weil Arbeitsunfähigkeit meist erst ab dem dritten Tag bescheinigt wird.

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz#

Dies ist der Abschnitt mit dem größten Abstand zwischen dem, was im deutschen BGM-Markt zirkuliert, und dem, was belegbar ist. Wir nennen die belegbaren Zahlen und sagen dort, wo es keine gibt, dass es keine gibt.

Welchen Anteil haben psychische Erkrankungen an den Fehltagen?#

16,7 Prozent

Auf psychische und Verhaltensstörungen entfielen 2024 in Deutschland 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage, das sind 147,3 Millionen AU-Tage.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga, Kostenblatt Stand 3. Dezember 2025. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Kalendertage, 32,6 Mio. GKV-Mitgliedsjahre, ICD-10-Kapitel F00-F99.
Methode: Aggregation der GKV-Arbeitsunfähigkeitsstatistiken. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie zitiert im Faktenblatt vom März 2026 exakt dieselbe Quelle für diesen Wert.

Warum nennen die Krankenkassen so unterschiedliche Psyche-Anteile?#

12,0 bis 21,9 Prozent

Der Anteil psychischer Störungen an allen Fehltagen liegt je nach Herausgeber zwischen 12,0 Prozent (AOK, Datenjahr 2025) und 21,9 Prozent (Barmer, Datenjahr 2025).
Quellen: WIdO/AOK, Fehlzeiten-Bilanz 2025, 12,0 Prozent, Datenjahr 2025, publiziert März 2026 · BAuA, Berichtsjahr 2024, 16,7 Prozent, publiziert Dezember 2025 · BKK Gesundheitsreport 2025, 17,4 Prozent, Datenjahr 2024, publiziert Dezember 2025 · DAK-Gesundheitsreport 2026, 18,7 Prozent, Datenjahr 2025, publiziert Juli 2026 · TK-Gesundheitsreport 2026, 20,5 Prozent, Datenjahr 2025 · bifg/Barmer Gesundheitsreport 2026, 21,9 Prozent, Datenjahr 2025.
Bezugsbasis: jeweils Anteil an allen AU-Tagen des jeweiligen Versichertenkollektivs, Kalendertage.
Methode: Routinedatenauswertungen der jeweiligen Kassen beziehungsweise Aggregat aller GKV-Kassen bei der BAuA.
Warum sie auseinandergehen: unterschiedliche Versichertenkollektive, unterschiedliche Alters- und Berufsstrukturen, unterschiedliche Diagnosezuordnung. Die DAK vergibt seit 2024 je Fall nur noch eine Leitdiagnose, weshalb DAK-Werte vor 2023 nicht mit späteren vergleichbar sind.
Empfehlung dieser Seite: BAuA (16,7 Prozent) als Ankerwert für eine Aussage über Deutschland, die Spannweite mit allen Einzelwerten daneben. Nie mitteln, nie eine Kasse als "den" deutschen Wert präsentieren.

Wie stark sind die psychisch bedingten Fehltage langfristig gestiegen?#

+164 Prozent seit 2006

Die Fehltage wegen psychischer Störungen sind bei den TK-versicherten Erwerbspersonen seit 2006 altersbereinigt um 164 Prozent gestiegen; 2025 entfielen 3,8 Fehltage je Erwerbsperson und damit 20,5 Prozent aller Fehlzeiten auf diese Diagnosegruppe.
Quelle: Techniker Krankenkasse, Gesundheitsreport 2026, Teilband Arbeitsunfähigkeiten, Datenjahr 2025, publiziert 2026. https://www.tk.de/resource/blob/2214302/78df7e278b4eb9519cf89ef483ecb8a7/gesundheitsreport-au-2026-data.pdf
Bezugsbasis: Kalendertage, 6,23 Mio. TK-versicherte Erwerbspersonen, altersbereinigt.
Methode: Routinedatenauswertung durch das aQua-Institut. Frauen 4,8 gegenüber Männern 3,0 Fehltage.

Wie lange dauert eine Krankschreibung wegen einer psychischen Erkrankung?#

28,5 bis 42,1 Tage je Fall

Ein Arbeitsunfähigkeitsfall wegen einer psychischen Erkrankung dauerte 2025 bei AOK-Versicherten durchschnittlich 28,5 Kalendertage und bei Barmer-Versicherten 42,1 Kalendertage, in beiden Kollektiven die längste Falldauer aller Diagnosegruppen.
Quellen: WIdO/AOK, Fehlzeiten-Bilanz 2025, Datenjahr 2025, publiziert 16. März 2026 (https://www.wido.de/news-presse/pressemitteilungen/2026/fehlzeiten-bilanz-2025-leichter-rueckgang-der-krankheitstage-weiterhin-hohe-ausfallzeiten-wegen-langzeiterkrankungen/); bifg (2026), Gesundheitsreport 2026, Datenjahr 2025, publiziert April 2026 (https://www.bifg.de/media/dl/Reporte/Gesundheitsreporte/2026/bifg-gesundheitsreport-2026-standardauswertungen.pdf).
Bezugsbasis: Kalendertage je AU-Fall, unterschiedliche Versichertenkollektive.
Methode: Routinedatenauswertungen der jeweiligen Kasse. Barmer weist zusätzlich 481 AU-Tage je 100 Versicherungsjahre aus, rund 4,8 Tage je Erwerbsperson.
Merksatz, der aus den BKK-Daten stammt und gut trägt: Psychische Störungen verursachen selten einen AU-Fall (BKK 2024: 5,2 Prozent aller Fälle), aber wenn, dann im Durchschnitt rund fünf Kalenderwochen.
Dritter Vergleichswert, andere Quelle: Der DAK-Psychreport weist für das Datenjahr 2024 342 AU-Tage je 100 Versicherte wegen psychischer Erkrankungen aus, bei einer Falldauer von 33 Tagen, davon 182,6 Tage je 100 Versicherte für Depressionen und 431 gegenüber 266 Tagen bei Frauen gegenüber Männern (DAK-Gesundheit, Auswertung durch das IGES Institut, publiziert 2025, https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/gesundheitsreport-2026_223108). Hinweis zur Publikationslage: Psychreport und Gesundheitsreport der DAK scheinen zu einer gemeinsamen IGES-Auswertung zusammenzuwachsen; eine eigenständige Ausgabe für das Datenjahr 2025 war zum Redaktionsschluss nicht auffindbar.

Sind psychische Erkrankungen inzwischen der häufigste Krankschreibungsgrund?#

Erstmals Rang 1 im ersten Halbjahr 2026

Im ersten Halbjahr 2026 waren psychische Erkrankungen bei DAK-Versicherten erstmals der häufigste Krankschreibungsgrund, mit einem Anstieg um 9 Prozent, während Atemwegserkrankungen um 21 Prozent zurückgingen; der Krankenstand lag bei 5,3 Prozent.
Quelle: DAK-Gesundheit, Pressemitteilung vom 20. Juli 2026, Halbjahresanalyse, Datenzeitraum Januar bis Juni 2026. https://www.dak.de/presse/bundesthemen/gesundheitsreport/krankenstand-im-ersten-halbjahr-2026-leicht-gesunken_223354
Bezugsbasis: Kalendertage, rund 2,2 Mio. erwerbstätige DAK-Versicherte, Halbjahreswert.
Methode: Routinedatenauswertung durch das IGES Institut.
Vorbehalt: Ein Halbjahreswert einer einzelnen Kasse. Er ist ein Frühindikator, keine Jahresaussage über Deutschland.

Was kosten psychische Erkrankungen die Volkswirtschaft?#

38 Mrd. Euro indirekte Kosten

Der durch psychische Erkrankungen verursachte Produktivitätsausfall betrug 2024 in Deutschland rund 38 Milliarden Euro, das entspricht 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Quelle: BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Berichtsjahr 2024, Download von www.baua.de/suga; unabhängig zitiert im DGPPN-Faktenblatt Basisdaten Psychische Erkrankungen, Stand März 2026. https://www.baua.de/DE/Themen/Monitoring-Evaluation/Zahlen-Daten-Fakten/Kosten-der-Arbeitsunfaehigkeit
Bezugsbasis: Produktionsausfall im Lohnkostenansatz, Diagnosegruppe F00-F99.
Methode: Anteil der Diagnosegruppe an den gesamten Produktionsausfallkosten der BAuA.

Was kosten psychische Erkrankungen an direkter Behandlung?#

63,3 Mrd. Euro

Die direkten Krankheitskosten für psychische und Verhaltensstörungen betrugen 2023 in Deutschland 63,3 Milliarden Euro, das sind 12,9 Prozent aller Krankheitskosten und damit Rang 2 hinter den Krankheiten des Kreislaufsystems (64,6 Milliarden Euro, 13,1 Prozent).
Quelle: Statistisches Bundesamt, Krankheitskostenrechnung, Pressemitteilung Nr. 293 vom 8. August 2025, Datenjahr 2023. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_293_236.html
Bezugsbasis: direkte medizinische Kosten, ICD-10-Kapitel F00-F99, Genesis-Statistik 23631.
Methode: Krankheitskostenrechnung des Statistischen Bundesamtes. 2020 lag der Wert bei 54,2 Milliarden Euro.
Abgrenzung: 63,3 Milliarden Euro direkte und 38 Milliarden Euro indirekte Kosten sind zwei verschiedene Rechnungen mit verschiedenen Bezugsjahren. Sie dürfen nicht addiert werden.

Welchen Anteil haben psychische Erkrankungen an den Erwerbsminderungsrenten?#

42,0 Prozent

Von 171.732 Rentenzugängen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Jahr 2024 entfielen 72.095 auf psychische und Verhaltensstörungen (ICD-10-Kapitel F00-F99), das sind 42,0 Prozent.
Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund, Rentenversicherung in Zeitreihen 2025, 31. Ausgabe, DRV-Schriften Band 22, publiziert Oktober 2025, Datenjahr 2024. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/statistikpublikationen/rv_in_zeitreihen.pdf
Bezugsbasis: Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, Klassifikation nach ICD-10-Kapiteln.
Methode: Vollregister der Statistik der Deutschen Rentenversicherung.
Zeitreihe des Anteils: 2000 31,5 Prozent, 2010 45,6 Prozent, 2015 49,1 Prozent, 2020 47,8 Prozent, 2023 47,8 Prozent, 2024 42,0 Prozent.

Welche Zahl gilt für 2025, und warum ist sie eine andere?#

41,1 Prozent

Von 175.978 Rentenzugängen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Jahr 2025 entfielen 72.301 auf die Indikationsgruppe Psychosomatik und Psychotherapie, das sind 41,1 Prozent (Männer 32,2 Prozent, Frauen 48,6 Prozent).
Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund, Rentenversicherung in Zahlen 2026, Stand 25. Juni 2026, Datenjahr 2025. https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Statistiken-und-Berichte/statistikpublikationen/rv_in_zahlen.pdf
Bezugsbasis: Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, Klassifikation nach Indikationsgruppen, seit Berichtsjahr 2021 verwendet.
Methode: Vollregister der Statistik der Deutschen Rentenversicherung.
Zugangsalter, gleiche Quelle und gleiches Datenjahr: Das durchschnittliche Zugangsalter bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit lag 2025 bei 53,8 Jahren (Männer 54,4, Frauen 53,4; 2020: 53,2; 2000: 51,4).
Klassifikationsfalle, auf die die DRV selbst hinweist: ICD-Kapitel und Indikationsgruppen sind zwei nicht kompatible Systematiken. Sie dürfen nie in einer Zeitreihe gemischt werden. Die im Markt zirkulierenden 43 Prozent sind ein veralteter Wert der ICD-Reihe, die zirkulierenden 47,7 Prozent sind der Frauenanteil, nicht der Gesamtanteil.

Wie verbreitet sind psychische Erkrankungen in der erwachsenen Bevölkerung?#

27,8 Prozent, gemessen 2008 bis 2011

Die Zwölf-Monats-Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Erwachsenen in Deutschland betrug 27,8 Prozent, rund 17,8 Millionen Betroffene, gemessen im Erhebungszeitraum 2008 bis 2011.
Quelle: DGPPN (2025), Basisdaten Psychische Erkrankungen, Stand März 2026, dgppn.de/schwerpunkte/zahlenundfakten.html; Primärquelle Jacobi, F., Höfler, M., Strehle, J. et al. (2014), Der Nervenarzt 85:77-87, DOI 10.1007/s00115-013-3961-y, sowie das Erratum Jacobi et al. (2016), Der Nervenarzt 87:88-90, DOI 10.1007/s00115-015-4458-7.
Bezugsbasis: Erwachsene Wohnbevölkerung Deutschlands, Zwölf-Monats-Prävalenz nach DEGS1-MH.
Methode: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, Zusatzmodul psychische Gesundheit, standardisiertes klinisches Interview.
Der Vorbehalt gehört in denselben Satz wie die Zahl. Die DGPPN stellt ausdrücklich fest: "Es gibt derzeit keine aktuelleren repräsentativen Daten zur Prävalenz psychischer Erkrankungen in Deutschland." Die neueren Erhebungen des Robert Koch-Instituts messen Symptome, nicht Diagnosen, und erlauben nach Angabe der DGPPN keine Rückschlüsse auf die Prävalenz psychischer Erkrankungen. Wir veröffentlichen daher keine Symptomrate als Erkrankungshäufigkeit.
Einzelbilder aus derselben Erhebung: Angststörungen 15,4 Prozent, affektive Störungen 9,8 Prozent, unipolare Depression 8,2 Prozent. Administrative Prävalenz auf Basis von GKV-Diagnosen 2024: 40,9 Prozent.

Hat die Arbeitsintensität in Deutschland zugenommen?#

Auf vier von fünf Merkmalen nicht

Von den abhängig Beschäftigten in Deutschland berichteten 2024 64 Prozent, häufig verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu betreuen (2018: 60 Prozent), 45 Prozent häufige Störungen und Unterbrechungen (46), 43 Prozent starken Termin- oder Leistungsdruck (48), 31 Prozent sehr schnell arbeiten zu müssen (34) und 15 Prozent Arbeit an der Grenze der Leistungsfähigkeit (16).
Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Pressemitteilung 07/25 vom 24. Februar 2025, Ergebnisse der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024, Datenjahr 2024. https://www.baua.de/DE/Services/Presse/Pressemitteilungen/2025/02/pm07-25
Bezugsbasis: abhängig Beschäftigte in Deutschland, Merkmalsausprägung "häufig".
Methode: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024, repräsentative Querschnittsbefragung von rund 20.000 Erwerbstätigen ab 15 Jahren mit mindestens zehn Wochenstunden, CATI, Dual-Frame-Stichprobe. Achte Welle der Reihe (2006, 2012, 2018, 2024).
Der Erschöpfungsbefund derselben Erhebung: 52 Prozent derjenigen Beschäftigten, bei denen alle Merkmale hoher Arbeitsintensität häufig zusammen auftreten, berichten von körperlicher und emotionaler Erschöpfung; über 80 Prozent derjenigen, die an der Leistungsgrenze arbeiten, empfinden dies als belastend; 32 Prozent empfinden das gleichzeitige Bearbeiten mehrerer Aufgaben als belastend. Selbstauskunft; Erschöpfung im Sinne dieser Befragung ist keine Diagnose.
Einordnung durch die BAuA: Der Anstieg der subjektiven Belastung hat nach 2018 aufgehört und sich 2024 nicht fortgesetzt. Wir veröffentlichen diesen Befund, obwohl er dem üblichen Marktnarrativ widerspricht. Er schwächt das BGM-Argument nicht, denn der Erschöpfungsbefund trägt es allein.

Wie gehen Erwerbstätige mit einer Depression im Betrieb um?#

22 Prozent kennen überhaupt eine innerbetriebliche Anlaufstelle

22 Prozent der befragten Erwerbstätigen in Deutschland kannten 2021 eine innerbetriebliche Anlaufstelle wie Betriebsarzt, betriebliche Sozialberatung oder Betriebsrat; 30 Prozent dieser Gruppe hatte sie genutzt, und 74 Prozent der Nutzenden berichteten gute Erfahrungen.
Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe, 5. Deutschland-Barometer Depression, "Depression in der Arbeitswelt", Feldzeit September 2021, publiziert 2021. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/media/331/download/Barometer%202021_Grafikband%20Presse.pdf
Bezugsbasis: 5.283 Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren, repräsentatives Online-Panel, gefördert von der Deutsche Bahn Stiftung.
Methode: Online-Panel-Befragung.
Weitere Befunde derselben Welle: 20 Prozent der Erwerbstätigen haben eine Depressionsdiagnose erhalten, weitere 19 Prozent vermuten eine unerkannte Episode; 15 Prozent haben Suizid oder Suizidversuch einer Kollegin oder eines Kollegen erlebt; nur ein Drittel geht im beruflichen Umfeld offen mit der Erkrankung um, davon berichten 70 Prozent positive Erfahrungen, 26 Prozent aber hatten den Eindruck, die Erkrankung statt der Leistung stehe im Mittelpunkt.
Ursachenwahrnehmung in derselben Welle, und die Stiftung nennt sie ausdrücklich einen Irrtum: 95 Prozent der Befragten sehen Belastungen am Arbeitsplatz als Ursache einer Depression, 93 Prozent Konflikte im Job und 83 Prozent ständige Erreichbarkeit, während nur 64 Prozent die erbliche Komponente kennen. Die ursächliche Rolle der Arbeit wird nach Einschätzung der Herausgeberin überschätzt. Wir veröffentlichen diesen Befund, obwohl er dem eigenen Geschäftsmodell zuwiderläuft, weil er stimmt und weil seine Auslassung die Glaubwürdigkeit der übrigen Zahlen kosten würde.
Zeitliche Einordnung, die mitgeführt gehört: Dies ist die Welle von 2021. Die neueste Welle des Deutschland-Barometers (2025) behandelt Social Media. Jede Arbeitsweltaussage, die einem Barometer von 2024, 2025 oder 2026 zugeschrieben wird, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Fehlzuschreibung dieser Daten von 2021.

Präsentismus: was gesichert ist und was nicht#

Es gibt keine aktuelle amtliche deutsche Kostenzahl für Präsentismus. Wir veröffentlichen daher keine.

Das ist keine Lücke in der Recherche, es ist der Stand der deutschen Datenlage. Was existiert, ist eine belastbare Verbreitungszahl aus einem Forschungsinstitut des Bundes. Was zusätzlich zirkuliert, sind Schätzungen aus einer Beratungsstudie von 2011 mit Bezugsjahr 2009, die sich selbst als "näherungsweise Rechnung" bezeichnet und deren empirische Grundlage eine qualitative Befragung von gut zwanzig Unternehmen ist.

Die Fehlzuschreibung, die wir hier ausdrücklich korrigieren#

Mehrere deutsche Seiten bezeichnen die 227 Milliarden Euro der BAuA als "Kosten von Präsentismus". Das ist falsch. Die 227 Milliarden Euro sind der Ausfall an Bruttowertschöpfung durch Arbeitsunfähigkeit im Berichtsjahr 2024, also durch Absentismus, bewertet zur Bruttowertschöpfung statt zu den Lohnkosten (siehe bruttowertschoepfung-baua-2024).

Die Verwechslung hat eine erkennbare Ursache: Die Studie "Vorteil Vorsorge" von Booz & Company für die Felix Burda Stiftung (2011) nennt für das Bezugsjahr 2009 einen Wertschöpfungsausfall von 225 Milliarden Euro. Zwei völlig verschiedene Rechnungen aus verschiedenen Jahrzehnten liegen zufällig zwei Milliarden auseinander. Für Deutschland gilt: 227 Milliarden Euro sind BAuA, Berichtsjahr 2024, Absentismus. Alles andere ist eine andere Studie.

Wie verbreitet ist Präsentismus in Deutschland?#

68,6 Prozent

68,6 Prozent der befragten Beschäftigten in Deutschland gingen im Jahr 2016 mindestens einmal krank zur Arbeit.
Quelle: Dietrich, A. S. und Hiesinger, K. (2020), Krank zur Arbeit? Präsentismus ist in Deutschland weit verbreitet, IAB-Forum vom 17. Januar 2020, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Datenjahr 2016. https://iab-forum.de/krank-zur-arbeit-praesentismus-ist-in-deutschland-weit-verbreitet/
Bezugsbasis: abhängig Beschäftigte, Selbstauskunft, mindestens ein Ereignis im Kalenderjahr.
Methode: Linked Personnel Panel, dritte Welle 2016/17, Projekt "Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg", rund 5.000 Beschäftigte aus 846 Betrieben, wahrscheinlichkeitsbasierte verknüpfte Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Stichprobe.
Umfang aus derselben Erhebung: Beschäftigte in Deutschland arbeiteten 2016 durchschnittlich an 8,7 Tagen krank; unter denjenigen, die überhaupt krank arbeiteten, waren es 12,6 Tage.
Vorbehalt: Datenjahr 2016. Es ist die aktuellste belastbare deutsche Präsentismus-Prävalenz eines Bundesforschungsinstituts, und sie ist zehn Jahre alt. Eine frischere Messung ist aus der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024 zu erwarten; die dazu kursierenden Werte sind nicht gegen die BAuA-Publikation geprüft und erscheinen deshalb hier nicht.

Wer arbeitet besonders häufig krank?#

75 gegenüber 66 Prozent

Von den Beschäftigten mit Sorge um den Arbeitsplatz gingen 2016 75 Prozent mindestens einmal krank zur Arbeit, gegenüber 66 Prozent derjenigen, die sich sicher fühlten; unter den mit ihrer Arbeit Unzufriedenen waren es 80 Prozent gegenüber 66 Prozent bei den Zufriedenen.
Quelle: Dietrich, A. S. und Hiesinger, K. (2020), IAB-Forum vom 17. Januar 2020, Datenjahr 2016. https://iab-forum.de/krank-zur-arbeit-praesentismus-ist-in-deutschland-weit-verbreitet/
Bezugsbasis: abhängig Beschäftigte, Selbstauskunft, Untergruppen nach Arbeitsplatzsicherheit und Arbeitszufriedenheit.
Methode: Linked Personnel Panel, Welle 2016/17.
Einordnung: Zusammenhänge, keine kausalen Effekte. Der Befund ist für die Gestaltung von Programmen dennoch nützlich, weil beide Treiber betrieblich beeinflussbar sind.

Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten#

Eine Falle vorweg. Für dasselbe Jahr 2024 veröffentlichen die BAuA (im Rahmen des SuGA-Berichts) und die DGUV unterschiedliche Unfallzahlen: 810.399 gegenüber 754.660 meldepflichtige Arbeitsunfälle, 440 gegenüber 345 tödliche. Beide sind amtlich. Der Unterschied liegt im Versicherungsumfang: Der SuGA umfasst die gesamte gesetzliche Unfallversicherung einschließlich der landwirtschaftlichen Unfallversicherung, die DGUV-Statistik nur ihre eigenen Mitgliedsträger. Wir verwenden in diesem Abschnitt durchgängig die DGUV-Systematik und benennen sie. In einer Grafik dürfen die beiden Systeme nie gemischt werden.

Wie viele Arbeitsunfälle gibt es in Deutschland pro Jahr?#

754.660 meldepflichtige Arbeitsunfälle

Im Zuständigkeitsbereich der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung ereigneten sich 2024 in Deutschland 754.660 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2023: 783.426).
Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV): Statistik. Arbeitsunfallgeschehen 2024. Berlin, Oktober 2025. Webcode p022802. https://publikationen.dguv.de/statistiken/arbeitsunfallgeschehen/5157/arbeitsunfallgeschehen-2024
Bezugsbasis: meldepflichtige Arbeitsunfälle bei den DGUV-Mitgliedsträgern, ohne landwirtschaftliche Unfallversicherung.
Methode: Vollregister der Unfallanzeigen. Die Detailauswertungen nach Beruf, Betriebsgröße, Körperteil und Unfallhergang sind dagegen stichprobenhochgerechnet: nur rund 6,7 Prozent der meldepflichtigen Unfälle der gewerblichen Berufsgenossenschaften und rund 10 Prozent bei den Trägern der öffentlichen Hand gehen über das Geburtstagsverfahren in die Detailstatistik ein.

Wie hoch ist die Unfallquote?#

17,27 je 1.000 Vollzeitäquivalente

Die Arbeitsunfallquote lag 2024 in Deutschland bei 17,27 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollzeitäquivalente (2023: 18,09; 2015: 21,98; 2010: 25,84; 2002: 31,2).
Quelle: DGUV: Statistik. Arbeitsunfallgeschehen 2024. Berlin, Oktober 2025. Webcode p022802. https://publikationen.dguv.de/statistiken/arbeitsunfallgeschehen/5157/arbeitsunfallgeschehen-2024
Bezugsbasis: je 1.000 Vollzeitäquivalente. Die früher gebräuchliche Bezeichnung "Vollarbeiter" verwendet die DGUV nicht mehr.
Methode: Vollregister, bezogen auf die von den Trägern gemeldeten Vollzeitäquivalente.
Tödliche Unfälle und Wegeunfälle, gleiche Quelle und gleiches Datenjahr: 345 tödliche Arbeitsunfälle im Betrieb (2023: 381; 2015: 470; 2010: 519), eine Quote von 2,4 je 1 Million Vollzeitäquivalente und damit ein historischer Tiefstand; dazu 173.483 meldepflichtige Wegeunfälle (Quote 3,10 je 1.000 Versicherungsverhältnisse) und 215 tödliche Wegeunfälle.

Wie viele Berufskrankheiten werden angezeigt und anerkannt?#

90.749 angezeigt, 26.821 anerkannt

2024 wurden in Deutschland 90.749 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit erstattet und 26.821 Berufskrankheiten anerkannt (2023: 145.359 und 72.630); 5.190 neue Berufskrankheitenrenten wurden begründet.
Quelle: DGUV: Statistik. Arbeitsunfallgeschehen 2024. Berlin, Oktober 2025. Webcode p022802. https://publikationen.dguv.de/statistiken/arbeitsunfallgeschehen/5157/arbeitsunfallgeschehen-2024
Bezugsbasis: DGUV-Mitgliedsträger, Berichtsjahr des Verwaltungsverfahrens.
Methode: Vollregister der Feststellungsverfahren.
Der Rückgang ist kein Präventionserfolg. Er ist fast vollständig die Normalisierung nach der Pandemie: Anerkennungen nach BK 3101 (Infektionskrankheiten) fielen von 54.199 im Jahr 2023 auf 6.540 im Jahr 2024. Rechnet man BK 3101 heraus, ist das Bild unverändert bis steigend.

Welche Berufskrankheit wird in Deutschland am häufigsten anerkannt?#

Lärmschwerhörigkeit, 8.897 Anerkennungen

Die Lärmschwerhörigkeit (BK 2301) war 2024 mit 8.897 Anerkennungen bei 19.310 Anzeigen die am häufigsten anerkannte Berufskrankheit in Deutschland und machte 33,2 Prozent aller Anerkennungen aus; 308 neue Renten wurden daraus begründet.
Quelle: DGUV: Statistik. Arbeitsunfallgeschehen 2024. Berlin, Oktober 2025. Webcode p022802. https://publikationen.dguv.de/statistiken/arbeitsunfallgeschehen/5157/arbeitsunfallgeschehen-2024
Bezugsbasis: anerkannte Berufskrankheiten der DGUV-Mitgliedsträger.
Methode: Vollregister. Die Anerkennungen nach BK 2301 stiegen kontinuierlich von 5.606 im Jahr 2010 auf 8.897 im Jahr 2024.
Korrektur zu einer zirkulierenden Zahl: Der Wert "6.637 Anerkennungen BK 2301" bezieht sich auf 2022 und ist nicht aktuell.
Warum das für BGM relevant ist: Lärmschutz ist eine unmittelbar vom Arbeitgeber gestaltbare Maßnahme.

Wie hängt das Unfallrisiko mit der Betriebsgröße zusammen?#

18,7 je 1.000 Vollzeitäquivalente in Betrieben bis 9 Vollzeitäquivalente

Die Arbeitsunfallquote fällt mit der Betriebsgröße: In Betrieben mit bis zu 9 Vollzeitäquivalenten lag sie 2024 bei 18,7 je 1.000 Vollzeitäquivalente, und neue Unfallrenten entstanden dort mit 0,40 je 1.000 Vollzeitäquivalente gegenüber 0,15 in den größten Betrieben.
Quelle: DGUV: Statistik. Arbeitsunfallgeschehen 2024. Berlin, Oktober 2025. Webcode p022802. https://publikationen.dguv.de/statistiken/arbeitsunfallgeschehen/5157/arbeitsunfallgeschehen-2024
Bezugsbasis: meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente nach Betriebsgrößenklasse.
Methode: stichprobenhochgerechnet über das Geburtstagsverfahren, mit von der DGUV benannten Hochrechnungsunsicherheiten. Neue Unfallrenten werden zu 100 Prozent erfasst, beziehen sich aber nur zu rund 8 Prozent auf Unfälle desselben Jahres und dürfen deshalb nie als Teilmenge der Unfälle desselben Jahres dargestellt werden.

Was zahlt die gesetzliche Unfallversicherung an Entschädigungen?#

12,30 Mrd. Euro

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung wendeten 2024 rund 12,30 Milliarden Euro für Entschädigungsleistungen auf, ein Plus von 2,9 Prozent, das entspricht 266 Euro je Vollzeitäquivalent oder 0,79 Euro je 100 Euro Entgelt.
Quelle: DGUV: Statistik. Arbeitsunfallgeschehen 2024. Berlin, Oktober 2025. Webcode p022802. https://publikationen.dguv.de/statistiken/arbeitsunfallgeschehen/5157/arbeitsunfallgeschehen-2024
Bezugsbasis: Aufwendungen der DGUV-Mitgliedsträger, nicht volkswirtschaftliche Kosten.
Methode: Rechnungsergebnisse der Unfallversicherungsträger.
Abgrenzung: Die DGUV veröffentlicht keine volkswirtschaftliche Schätzung der Unfallkosten. Wer eine gesamtwirtschaftliche Kostenzahl braucht, nimmt die BAuA-Werte aus Abschnitt 3.

Wie verbreitet ist BGM und BGF in Deutschland, und wer bezahlt es?#

Deutschland hat hier bessere Daten als die Schweiz: einen jährlichen, amtlichen, geprüften Nachweis darüber, was die Krankenkassen für betriebliche Gesundheitsförderung ausgeben und wie viele Betriebe und Beschäftigte damit erreicht werden, zurück bis 2014.

Wie viel geben die Krankenkassen für betriebliche Gesundheitsförderung aus?#

282,0 Mio. Euro, bei sinkender Reichweite

Die gesetzlichen Krankenkassen gaben 2024 in Deutschland 281.956.037 Euro für betriebliche Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V aus, ein Plus von 5 Prozent, während die Zahl der erreichten Betriebe um 5 Prozent auf 28.142 und die Zahl der direkt erreichten Beschäftigten um 6 Prozent auf 2.064.293 zurückging.
Quelle: GKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst Bund (Hrsg.) (2025), Präventionsbericht 2025, Berichtsjahr 2024, Berlin und Essen, Stand November 2025. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe__beratung/praevention/praeventionsbericht/2025_GKV_MD_Praventionsbericht_barrierefrei.pdf
Bezugsbasis: Ausgaben nach § 20b SGB V, erreichte Betriebe und Standorte, direkt erreichte Beschäftigte, Kalenderjahr.
Methode: Vollerhebung über die BGF-Dokumentation der Krankenkassen.
Zwei Vorbehalte, die der Bericht selbst nennt und die mit der Zahl mitreisen müssen. Erstens enthalten die 281.956.037 Euro 17.352.057 Euro nicht verausgabte Mittel, die nach § 20b Abs. 4 SGB V an den GKV-Spitzenverband für die BGF-Koordinierungsstellen abgeführt wurden. Rund 6 Prozent der Summe sind also nicht in Betrieben ausgegebenes Geld. Zweitens enthielten rund 44 Prozent der Dokumentationsbögen keine Angabe zu den erreichten Beschäftigten, was nach Einschätzung des Berichts zu einer Unterschätzung führt. 2.064.293 ist keine Vollzählung.
Zusätzlich 2024: 11.777 AU-Profile und betriebliche Gesundheitsberichte, 134 überbetriebliche Netzwerke und Kooperationen.
Einordnung in die Gesamtausgaben, gleiche Quelle: Die gesetzlichen Krankenkassen gaben 2024 insgesamt 686.182.779 Euro für Leistungen nach §§ 20, 20a und 20b SGB V aus, also 9,21 Euro je Versichertem (2023: 630.579.435 Euro und 8,49 Euro), ein Plus von 8 Prozent. Davon entfielen 185.816.888 Euro (2,49 Euro) auf Lebenswelten nach § 20a und 218.409.854 Euro (2,93 Euro) auf individuelle verhaltensbezogene Prävention. Insgesamt wurden 12.819.485 Personen erreicht.

Wie hat sich die BGF-Förderung seit dem Präventionsgesetz entwickelt?#

Von 76,2 Mio. Euro (2015) auf 282,0 Mio. Euro (2024)

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für betriebliche Gesundheitsförderung stiegen von 76.246.272 Euro im Jahr 2015 auf 281.956.037 Euro im Jahr 2024, also um den Faktor 3,7, während die Zahl der erreichten Betriebe von 10.922 auf 28.142 stieg, also um den Faktor 2,6. 2024 war das erste Jahr seit 2020, in dem erreichte Betriebe und erreichte Beschäftigte beide zurückgingen.
Quelle: eigene Zusammenstellung von HEALTH PRIME aus den GKV/MD-Präventionsberichten 2016 bis 2025, Berichtsjahre 2015 bis 2024, Herausgeber GKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst Bund (bis 2022: GKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen). https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/praevention_selbsthilfe_beratung/praevention_und_bgf/praeventionsbericht/praeventionsbericht.jsp
Bezugsbasis: Ausgaben nach § 20b SGB V, erreichte Betriebe und Standorte, erreichte Beschäftigte, je Berichtsjahr.
Methode: Zusammenführung der jeweils im Einzelbericht ausgewiesenen Jahreswerte. Die Zeitreihe ist eine eigene Zusammenstellung; die Einzelwerte stammen aus den jeweiligen Berichten.

JahrBGF gesamt (Euro)je Versichertemerreichte Betriebeerreichte BeschäftigteGKV gesamt §§ 20 ff.gesamt je Versichertem
2014keine Angabekeine Angabe11.3731.214.764keine Angabekeine Angabe
201576.246.2721,0810.9221.302.383317.497.7924,49
2016146.901.3302,0613.1321.439.283473.904.7646,64
2017158.123.5802,1917.6721.854.427519.012.2757,18
2018172.165.8082,3719.5442.152.547544.476.4917,49
2019239.911.5743,2823.2212.280.653630.802.9208,64
2020159.407.1072,1816.7421.951.975414.259.8535,65
2021246.897.0003,3718.4371.768.604537.678.7177,34
2022257.421.0553,5026.4391.975.093583.867.8227,93
2023268.962.8643,6229.6682.187.858630.579.4358,49
2024281.956.0373,7928.1422.064.293686.182.7799,21

Welche Betriebe erreicht die Krankenkassenförderung?#

4 Prozent der erreichten Betriebe haben 1 bis 9 Beschäftigte

Von den 2024 durch die betriebliche Gesundheitsförderung der Krankenkassen erreichten Betrieben hatten 4 Prozent 1 bis 9 Beschäftigte, 20 Prozent 10 bis 49, 18 Prozent 50 bis 99, 20 Prozent 100 bis 249, 15 Prozent 250 bis 499, 14 Prozent 500 bis 1.499 und 11 Prozent 1.500 und mehr Beschäftigte.
Quelle: GKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst Bund (Hrsg.) (2025), Präventionsbericht 2025, Berichtsjahr 2024, Abbildung 33. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe__beratung/praevention/praeventionsbericht/2025_GKV_MD_Praventionsbericht_barrierefrei.pdf
Bezugsbasis: Verteilung der erreichten Betriebe und Standorte nach Größenklasse, nicht Anteil der jeweiligen Größenklasse mit BGF.
Methode: BGF-Dokumentation der Krankenkassen.
Branchenverteilung 2024: weitere Dienstleistungen 27 Prozent, verarbeitendes Gewerbe 25 Prozent, Gesundheits- und Sozialwesen 18 Prozent, öffentliche Verwaltung 9 Prozent, Handel 9 Prozent, Erziehung und Unterricht 5 Prozent, Baugewerbe 3 Prozent, Energie, Wasser und Entsorgung 2 Prozent, Gastgewerbe 1 Prozent.

Erfüllen die Krankenkassen ihre eigenen Zielvorgaben?#

0,92 gegenüber 1,13 Euro je Versichertem

Für betriebliche Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gaben die Krankenkassen 2024 nur 0,92 Euro je Versichertem aus, gegenüber einem dynamisierten Mindestausgabenwert von 1,13 Euro. Der Anteil der erreichten Betriebe mit Maßnahmen zu psychosozialen Ressourcen und psychischen Gesundheitsrisiken sank von 70 Prozent (20.818 Betriebe) auf 69 Prozent (19.396 Betriebe).
Quelle: GKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst Bund (Hrsg.) (2025), Präventionsbericht 2025, Berichtsjahr 2024, Stand November 2025. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe__beratung/praevention/praeventionsbericht/2025_GKV_MD_Praventionsbericht_barrierefrei.pdf
Bezugsbasis: Ausgaben je Versichertem beziehungsweise Anteil der erreichten Betriebe.
Methode: BGF-Dokumentation der Krankenkassen, verglichen mit den nach § 18 Abs. 1 SGB IV dynamisierten Orientierungswerten.
Vergleich der drei ausgewiesenen Orientierungswerte 2024: gesamt 8,53 Euro (Ist 9,21, übertroffen), Lebenswelten 2,44 Euro (Ist 2,49, leicht übertroffen), BGF in Pflege und Krankenhaus 1,13 Euro (Ist 0,92, nicht erreicht). Einen dynamisierten Teilrichtwert für die BGF insgesamt weist der Bericht nicht aus.

Woran messen die Krankenkassen den Erfolg der geförderten Maßnahmen?#

73 Prozent Zufriedenheit der Beschäftigten

Bei 86 Prozent der geförderten BGF-Aktivitäten wurde 2024 eine Erfolgskontrolle durchgeführt oder geplant, im Durchschnitt mit vier Indikatoren. Die häufigsten Indikatoren waren die Zufriedenheit der Beschäftigten (73 Prozent), die Zufriedenheit der Arbeitgeber (68 Prozent), Akzeptanz und Inanspruchnahme (62 Prozent) sowie Prozesse und Abläufe (25 Prozent).
Quelle: GKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst Bund (Hrsg.) (2025), Präventionsbericht 2025, Berichtsjahr 2024. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/praevention__selbsthilfe__beratung/praevention/praeventionsbericht/2025_GKV_MD_Praventionsbericht_barrierefrei.pdf
Bezugsbasis: dokumentierte BGF-Aktivitäten des Berichtsjahres.
Methode: BGF-Dokumentation der Krankenkassen.
Einordnung, die uns nicht bequem ist und trotzdem auf die Seite gehört: Gesundheitsoutcomes, Fehlzeiten und Kosten kommen unter den berichteten Indikatoren nicht vor. Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2024 rund 282 Millionen Euro für betriebliche Gesundheitsförderung ausgegeben und messen den Erfolg im Wesentlichen an Zufriedenheit und Inanspruchnahme. In den geförderten Netzwerken führten nur 32 Prozent überhaupt eine Evaluation durch.

Wie vielen Beschäftigten ist ein BGF-Angebot in ihrem Betrieb bekannt?#

53 Prozent der Beschäftigten

Der Anteil der Beschäftigten in Deutschland, denen Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung in ihrem Betrieb bekannt sind, stieg von 38 Prozent im Jahr 2006 auf 53 Prozent im Jahr 2024.
Quelle: Wrage, W. und Schulz, A. (2026), Betriebliche Gesundheitsförderung 2024: Entwicklung von Angebot und Teilnahme, BIBB/BAuA-Faktenblatt 57, Dortmund: BAuA, DOI 10.21934/baua:fakten20260121, Datenjahr 2024. https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Fakten/BIBB-BAuA-57
Bezugsbasis: Beschäftigte, nicht Betriebe. Erwerbstätige ab 15 Jahren mit mindestens zehn Wochenstunden.
Methode: BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024, n = 20.006, CATI, Dual-Frame-Stichprobe, achte Welle der Reihe.
Die Unterscheidung gehört in denselben Satz: 53 Prozent ist der Anteil der Beschäftigten, die von einem Angebot in ihrem Betrieb wissen, nicht der Anteil der Unternehmen, die eines anbieten. Der Satz "53 Prozent der Unternehmen bieten BGF an" ist falsch.
Angebote gibt es laut BAuA am häufigsten in großen Betrieben, in der Industrie und im öffentlichen Sektor sowie häufiger dort, wo ein Betriebs- oder Personalrat existiert.
Teilnahme, gleiche Erhebung und gleiches Datenjahr: 58 Prozent derjenigen, denen ein Angebot bekannt ist, nahmen 2024 daran teil, ein gegenüber 2018 nahezu unveränderter Wert.

Wie viele Organisationen betreiben ein ganzheitliches BGM?#

26,8 Prozent

26,8 Prozent der befragten Organisationen gaben 2025 an, ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement umzusetzen; 32,0 Prozent setzen BGF-Maßnahmen um und bauen ein BGM auf, 30,6 Prozent führen einzelne BGF-Maßnahmen durch und 8,8 Prozent haben keine BGF-Erfahrung.
Quelle: Walter, U. N., Krapf, F., Rees, S.-L. et al. (2025), #whatsnext 2025. Gesund arbeiten in herausfordernden Zeiten, Herausgeber IFBG GmbH, Konstanz, mit Techniker Krankenkasse und Personalmagazin (Haufe), Feldzeit 6. Januar bis 14. Februar 2025, publiziert Juni 2025. https://www.ifbg.eu/wp-content/uploads/2025/06/Studienband_whatsnext_2025.pdf
Bezugsbasis: Organisationen, n = 1.514.
Methode: Online-Befragung, Rekrutierung über Partnernewsletter, Direktmails und Pressearbeit.
Verbindlicher Stichprobenhinweis. Dies ist eine selbstselektierte, großbetriebslastige Stichprobe, keine repräsentative Abbildung der rund drei Millionen deutschen Betriebe. Organisationsgröße (n = 1.443): bis 9 Mitarbeitende 3,3 Prozent, 10 bis 49 12,4 Prozent, 50 bis 249 27,9 Prozent, 250 bis 999 29,3 Prozent, über 1.000 Mitarbeitende 27,2 Prozent. Sektor: 64,3 Prozent (privat-)wirtschaftlich, 29,9 Prozent öffentlicher Dienst. Der ebenfalls in dieser Studie ausgewiesene Wert von 89,4 Prozent "mit BGM/BGF-Aktivität" darf nicht als "89 Prozent der deutschen Unternehmen betreiben BGM" veröffentlicht werden. Die repräsentative Zahl zur Verbreitung ist die BIBB/BAuA-Zahl oben.
Die Studie selbst formuliert: "Nur ein Viertel der Teilnehmenden gibt an, dass ihre Organisation bereits ein ganzheitliches BGM umsetzt. Hier ist seit den letzten Jahren keine Zunahme zu verbuchen."
Budgetlage in derselben Erhebung (n = 1.511): 17,6 Prozent der Organisationen hatten kein BGM- oder BGF-Budget (ohne Personalkosten), 33,0 Prozent verfügten über weniger als 10.000 Euro, 6,6 Prozent über 100.000 Euro oder mehr, und 54,4 Prozent nutzten die Unterstützung der gesetzlichen Krankenkassen. Es gelten dieselben Stichprobenvorbehalte.

Wie viele Betriebe führen überhaupt eine Gefährdungsbeurteilung durch?#

68 Prozent

68 Prozent der Betriebe in Deutschland führten in der Erhebung 2023/24 eine Gefährdungsbeurteilung durch, gegenüber 52 Prozent im Jahr 2015. Rund ein Drittel der Betriebe führt keine durch.
Quelle: Grün, F. C. (2025), Bericht zur Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/24, Geschäftsstelle der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz c/o BAuA, Stand 31. März 2025, publiziert 24. Juni 2025; Werte gegengelesen in BAuA, Arbeitswelt im Wandel: Zahlen, Daten, Fakten, Ausgabe 2026, S. 75 f. https://www.gda-portal.de/SharedDocs/Downloads/DE/25-06-24-Bericht-Betriebsbefragung.pdf
Bezugsbasis: Betriebe in Deutschland, repräsentativ.
Methode: GDA-Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/2024, telefonische Befragung durch infas, n = 3.817 Betriebe und n = 3.824 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, Feldzeit September 2023 bis Juni 2024.

Betriebsgröße20152023/24
alle Betriebe52 %68 %
1 bis 9 Beschäftigte42 %61 %
10 bis 4971 %85 %
50 bis 24991 %96 %
250 und mehr98 %91 %

Vorbehalt der BAuA zur letzten Zeile, wörtlich: "Bei Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten sind die Fallzahlen zu gering, um 2015 mit 2023/2024 vergleichen zu können" (n = 53 und 48). Der scheinbare Rückgang von 98 auf 91 Prozent ist kein Befund.
Weitere Werte: Einbeziehung der Beschäftigten in die Gefährdungsbeurteilung 68 Prozent (2015) auf 79 Prozent (2023/24), Führungskräfteschulungen 39 auf 64 Prozent.

Wie viele Betriebe beurteilen darin auch die psychische Belastung?#

65 Prozent der Betriebe mit Gefährdungsbeurteilung, das sind rund 44 Prozent aller Betriebe

Von den Betrieben, die überhaupt eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, berücksichtigen 65 Prozent psychische Belastungen wie Stress sowie Zeit- oder Leistungsdruck. Bezogen auf alle Betriebe entspricht das rund 44 Prozent.
Quelle: Grün, F. C. (2025), Bericht zur Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/24, Geschäftsstelle der Nationalen Arbeitsschutzkonferenz c/o BAuA, publiziert 24. Juni 2025. https://www.gda-portal.de/SharedDocs/Downloads/DE/25-06-24-Bericht-Betriebsbefragung.pdf
Bezugsbasis: Betriebe mit durchgeführter Gefährdungsbeurteilung, N = 2.606, nicht alle Betriebe. Der Wert von rund 44 Prozent ist die Multiplikation 0,68 mal 0,65 und als eigene Rechnung gekennzeichnet.
Methode: GDA-Betriebs- und Beschäftigtenbefragung 2023/2024, n = 3.817 Betriebe.
Weitere berücksichtigte Gefährdungsarten: Muskel-Skelett-Belastungen 72 Prozent, Arbeitsumgebung wie Lärm, Hitze, Kälte und Zugluft 68 Prozent, chemische und biologische Gefahrstoffe 55 Prozent.
Der Nenner ist der ganze Punkt. Die häufig zitierte Aussage "65 Prozent der Betriebe beurteilen psychische Belastung" lässt ihn weg und ist deshalb falsch.

Wie viele Organisationen setzen die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung um?#

52,0 Prozent

52,0 Prozent der befragten Organisationen setzten 2025 die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung um, 17,9 Prozent planten sie, 24,6 Prozent führten sie nicht durch und 5,5 Prozent wussten es nicht.
Quelle: Walter, U. N., Krapf, F., Rees, S.-L. et al. (2025), #whatsnext 2025, IFBG GmbH, Konstanz, mit TK und Haufe, publiziert Juni 2025, Feldzeit Januar bis Februar 2025. https://www.ifbg.eu/wp-content/uploads/2025/06/Studienband_whatsnext_2025.pdf
Bezugsbasis: Organisationen, n = 1.441, selbstselektierte und großbetriebslastige Stichprobe (Zusammensetzung siehe bgm-reifegrad-whatsnext-2025).
Methode: Online-Befragung.
Untergliederung: öffentlicher Dienst 56,3 Prozent gegenüber (privat-)wirtschaftlichen Unternehmen 49,8 Prozent; etablierte Unternehmen 54,8 Prozent gegenüber Startups 22,8 Prozent.
Einordnung der Studie selbst: "Mit Blick auf die Ergebnisse der Studie #whatsnext 2022 wird deutlich, dass somit die Ausgangslage nahezu unverändert ist und es in den letzten drei Jahren nicht mehr Unternehmen geworden sind, die ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen."
Warum das die kommerziell wichtigste Zahl auf dieser Seite ist: Die Pflicht besteht seit dem 25. Oktober 2013 für jeden Arbeitgeber, unabhängig von der Betriebsgröße (§ 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG). Selbst in einer Stichprobe, die überwiegend aus großen Organisationen besteht, erfüllt sie rund die Hälfte, und der Anteil hat sich seit 2022 nicht bewegt.

Wie sieht es in einer Branche mit hoher Verbandsbindung aus?#

73 Prozent

In einer Befragung von Betrieben überwiegend der Metall- und Elektroindustrie gaben 91 Prozent an, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, und 73 Prozent, darin psychische Belastung zu berücksichtigen; für 71 Prozent der Betriebe sind psychische Störungen ein relevantes Thema.
Quelle: Stahn, C. (2026), ifaa-Trendstudie: Psychische Gesundheit im betrieblichen Kontext, ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V., Düsseldorf, Dokumentdatum 26. März 2026, Erhebung Juli bis November 2025. https://www.arbeitswissenschaft.net/fileadmin/Downloads/Angebote_und_Produkte/Studien/Trendstudie_Psychische_Gesundheit.pdf
Bezugsbasis: n = 293 Betriebe, 226 vollständige Fragebögen, für die Frage nach psychischer Belastung n = 208; rund 80 Prozent verbandlich organisiert.
Methode: Online-Befragung, verteilt über Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie.
Vorbehalt der Autorinnen und Autoren, wörtlich: "handelt es sich um eine »Ad-hoc-Stichprobe«, sodass die Ergebnisse hinsichtlich der Verteilung nach Betriebsgröße, Region und WZ-Klassifikation nicht als repräsentativ gelten können. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die teilnehmenden Betriebe eine Positivauswahl darstellen."
Warum wir diese Zahl nur neben den GDA-Wert stellen: 91 Prozent gegenüber 68 Prozent ist die Größe des Selektionseffekts. Diese Differenz zu zeigen, ist nützlicher als jeder der beiden Werte allein.

Drei Zahlen, drei Nenner: die Verbreitungsfrage ehrlich beantwortet#

Es gibt keine einzelne belastbare Zahl dafür, wie viele deutsche Unternehmen BGM betreiben. Was es gibt, sind drei Messungen mit drei verschiedenen Einheiten und drei verschiedenen Stichprobenqualitäten:

QuelleEinheitWertStichprobe
BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024Beschäftigte, denen ein Angebot bekannt ist53 %n = 20.006, repräsentativ. Die belastbarste Zahl.
#whatsnext 2025Organisationen mit ganzheitlichem BGM26,8 %n = 1.514, selbstselektiert, großbetriebslastig
IAB-Betriebspanel 2012Betriebe mit Maßnahmen über die gesetzlichen Pflichten hinaus27 %Datenjahr 2012, zu alt, hier nur als historischer Hinweis, nicht als aktuelle Zahl

Lohnt sich BGM? Was die Evidenz zum ROI sagt#

Die kurze Antwort: die Evidenz ist begrenzt, sie ist überwiegend amerikanisch, und die besten Studien finden die kleinsten Effekte. Wir veröffentlichen sie trotzdem vollständig, weil eine Zahl ohne ihre Spannweite in diesem Feld wertlos ist, und weil praktisch jeder deutsche Wettbewerber den Mittelwert ohne die Spannweite publiziert.

Wie hoch ist der Return on Investment betrieblicher Gesundheitsförderung?#

2,7 im Mittel, 1,8 in den qualitativ hochwertigen Studien

Über 39 Studien mit insgesamt 47 ROI-Werten ergibt sich ein mittlerer Return on Investment von 2,7, bei einer Spannweite von minus 3,3 bis 15,6; 85 Prozent der Werte liegen über eins. Die als qualitativ hochwertig bewerteten Studien ergeben dagegen einen mittleren ROI von 1,8, und 27 Prozent von ihnen konnten keine Einsparung nachweisen.
Quelle: Barthelmes, I., Bödeker, W., Sörensen, J., Kleinlercher, K.-M. und Odoy, J. (2019), iga.Report 40. Wirksamkeit und Nutzen arbeitsweltbezogener Gesundheitsförderung und Prävention. Zusammenstellung der wissenschaftlichen Evidenz 2012 bis 2018, Herausgeber BKK Dachverband, DGUV, AOK-Bundesverband und vdek, 1. Auflage November 2019, Kapitel 11.2, ISSN 1612-1988. https://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_40_Wirksamkeit_und_Nutzen_Gesundheitsfoerderung_Praevention.pdf
Bezugsbasis: 47 ROI-Werte aus 39 Studien, überwiegend USA, Bezugszeitraum der eingeschlossenen Literatur 2012 bis 2018.
Methode: Übernahme der ROI-Werte aus der Metaanalyse von Baxter, Sanderson, Venn, Blizzard und Palmer (2014). iga hat die Werte nicht selbst berechnet und korrigiert in Fußnote 28 einen Druckfehler in einer der Ursprungsstudien.
Redaktionsregel dieser Seite: Wer 2,7 druckt, druckt 1,8 im selben Satz. Beide Werte stehen auf derselben Seite desselben Berichts.

Was ergibt die Aufschlüsselung nach Studienqualität?#

Randomisierte Studien: ROI 1,8, und über 50 Prozent ohne jede Ersparnis

Studien mit randomisiert-kontrolliertem Design ergeben einen mittleren ROI von 1,8, wobei mehr als 50 Prozent von ihnen keine Ersparnis zeigen; Studien niedriger oder mittlerer Qualität ergeben dagegen im Mittel 3,0.
Quelle: Barthelmes, I. et al. (2019), iga.Report 40, Abbildung 3, Seite 63, publiziert November 2019. https://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_40_Wirksamkeit_und_Nutzen_Gesundheitsfoerderung_Praevention.pdf
Bezugsbasis: 47 ROI-Werte, stratifiziert.
Methode: Stratifikation der aus Baxter et al. (2014) übernommenen Werte.

Stratummittlerer ROIMinimumMaximumN
Studienqualität niedrig3,00,315,627
Studienqualität mittel3,01,26,29
Studienqualität hoch1,8−3,34,511
ohne Kontrollgruppe2,61,04,110
mit Kontrollgruppe3,10,315,621
randomisiert kontrolliert1,8−3,36,09
Modellierung2,81,24,47
unter 100 Teilnehmende2,30,34,010
100 bis 1.0002,6−3,36,225
über 1.0003,20,315,612
vor 20002,40,34,927
nach 20003,1−3,315,620

Das Gesamturteil des Berichts, wörtlich: "Trotz der überwiegend positiven Ergebnisse kann aufgrund der oftmals geringen Qualität der eingeschlossenen Studien allerdings nur von begrenzter Evidenz gesprochen werden." Und: "kontrollierte wie auch randomisierte Studien [weisen] im Vergleich zu methodisch weniger belastbaren Studien einen geringeren bis keinen ökonomischen Nutzen aus."
Zur Einordnung des Maximums: Der Wert von 15,6 stammt aus einem US-amerikanischen Schulbezirk mit rund 6.000 Beschäftigten. Der höchste Branchenmittelwert, 4,7 für Banken, beruht auf zwei Studien.
Und die europäische Teilmenge, gleiche Quelle: Die fünf in der EU durchgeführten Studien ergeben nach Einschätzung des Berichts "ein indifferentes Bild", erreichen im Durchschnitt aber einen ROI von 1,7.

Wie viele deutsche Studien stecken in dieser Evidenzbasis?#

18 von 978, also 2 Prozent

Über alle in den iga.Report 40 eingeschlossenen Übersichtsarbeiten hinweg stammen 978 Einzelstudien, davon 257 aus Europa (26 Prozent) und davon nur 18 aus Deutschland, "einem Anteil von sieben Prozent an den europäischen sowie von zwei Prozent an allen Studien". In der ökonomischen Evidenzbasis von rund 140 Studien war nach Angabe des Berichts genau eine deutsche Studie enthalten, und die betraf das Screening auf Dickdarmkrebs.
Quelle: Barthelmes, I. et al. (2019), iga.Report 40, Kapitel 11.1, publiziert November 2019. https://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Reporte/Dokumente/iga-Report_40_Wirksamkeit_und_Nutzen_Gesundheitsfoerderung_Praevention.pdf
Bezugsbasis: Einzelstudien in den eingeschlossenen systematischen Übersichtsarbeiten.
Methode: Auszählung durch die Berichtsautoren.
Und der Grund, warum US-Zahlen nicht übertragbar sind, steht in demselben Bericht: "Betriebe in Deutschland etwa sind im Gegensatz zu vielen US-amerikanischen nicht an der Deckung direkter Krankheitskosten beteiligt und daher in erster Linie an der Verringerung der indirekten Kosten interessiert." US-amerikanische ROI-Werte werden überwiegend von eingesparten Behandlungskosten getragen, also von genau der Komponente, die ein deutscher Arbeitgeber strukturell nicht einnehmen kann.

Woher stammt die verbreitete Formel "1 Euro bringt 2,50 bis 4,80 Euro"?#

Aus einer US-Literaturübersicht von 2001, über eine Kette von drei Berichten

Die im deutschen Markt zirkulierende Formel lässt sich vollständig zurückverfolgen: iga.Report 13 (2008) zitiert iga.Report 3 (2003), dieser zitiert Aldana (2001), eine US-amerikanische Literaturübersicht, und dort stehen drei US-Studien in US-Dollar, zwei quasi-experimentell und eine rein korrelativ, alle vor 2001. Deutsche Daten kommen in dieser Kette nicht vor. Außerdem existiert die Spanne so nicht: iga.Report 13 schreibt "1:2,5 bzw. 1:4,85", also zwei getrennte Studienergebnisse, keine Bandbreite.
Quellen: Sockoll, I., Kramer, I. und Bödeker, W. (2008), iga.Report 13, 1. Auflage April 2008, ISSN 1612-1988 (Übersicht aller iga.Reporte: https://www.iga-info.de/veroeffentlichungen/igareporte); Kreis, J. und Bödeker, W. (2003), iga.Report 3; Aldana, S. G. (2001), Financial Impact of Health Promotion Programs: A Comprehensive Review of the Literature, American Journal of Health Promotion 15(5), 296-320.
Bezugsbasis: US-Dollar, US-Betriebe, Bezugszeitraum vor 2001.
Methode: Quellenrückverfolgung durch HEALTH PRIME anhand der Primärdokumente.
Und die zweite deutsche ROI-Tradition führt zur selben Quelle. Die Studie "Vorteil Vorsorge" (Booz & Company für die Felix Burda Stiftung, 2011) nennt eine Spanne von "fünf bis 16 Euro" und schreibt dazu in Fußnote 6: "Die Quellen für die Berechnung sind v. a. US-amerikanischen Ursprungs und beziehen sich meist auf Einzelfallanalysen. Nach Aldana (2001) liegt die Bandbreite des Return on Investment (ROI) zwischen 5,3 und 16 USD pro eingesetzten Dollar." Die beiden scheinbar unabhängigen deutschen ROI-Traditionen sind dieselbe US-Literaturübersicht von 2001. Wir veröffentlichen keine der beiden Zahlen als deutsche Aussage.

Was findet die am besten kontrollierte deutsche Studie?#

21 gegenüber 22 Fehltagen, kein signifikanter Effekt, nicht kosteneffektiv

Die multizentrische randomisiert-kontrollierte Studie FRIAA (Frühe Intervention am Arbeitsplatz, n = 550) hatte selbstberichtete Arbeitsunfähigkeitstage als primären Endpunkt und fand 21 Tage in der Interventionsgruppe gegenüber 22 Tagen in der Kontrollgruppe (p = 0,679). Die formale Kosten-Nutzwert-Analyse ergab jährliche Mehrkosten von 3.484,29 Euro (95-Prozent-Konfidenzintervall 1.033,91 bis 5.934,67; p = 0,005) bei einem nicht signifikanten QALY-Gewinn von 0,021 (p = 0,203), also eine inkrementelle Kosten-Nutzwert-Relation von rund 165.919 Euro je QALY. Die Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren: nicht kosteneffektiv.
Quellen: Rothermund, E. et al. (2025), Psychotherapy and Psychosomatics, Dezember 2025 (Wirksamkeit); Mulfinger, N., Waldmann, T., Herold, R. et al. (2026), Journal of Mental Health Policy and Economics 29(1), 23-35 (Gesundheitsökonomie). Rekrutierung September 2021 bis Januar 2023 an fünf deutschen Zentren.
Bezugsbasis: n = 550 Beschäftigte in Deutschland, zwölf Monate Nachbeobachtung.
Methode: multizentrische randomisiert-kontrollierte Studie mit psychotherapeutischer Sprechstunde im Betrieb; klinische sekundäre Endpunkte verbesserten sich deutlich.
Warum diese Zahl auf dieser Seite steht: Es ist die am besten gepowerte deutsche Studie zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz, sie hat Fehlzeiten als primären Endpunkt gewählt, und sie hat keinen Effekt gefunden. Kein deutscher BGM-Anbieter zitiert sie. Wer die Evidenz für sich in Anspruch nimmt, muss auch diesen Teil nennen.
Die zweite große deutsche Studie kommt zum gleichen Ergebnis: Die cluster-randomisierte Studie SEEGEN (Seelische Gesundheit am Arbeitsplatz Krankenhaus, 18 Cluster, n = 415) fand nach elf Monaten weder auf den primären Endpunkt (Irritations-Skala) noch auf die sekundären Endpunkte einen statistisch signifikanten Effekt; die Effektstärke betrug d = 0,18. Keine gesundheitsökonomische Auswertung, kein Fehlzeitenendpunkt. Quelle: Mulfinger, N., Jarczok, M. N., Müller, A. et al. (2025), PLOS ONE 20(8), e0330490, DOI 10.1371/journal.pone.0330490, Studienregister DRKS00017249.

Was ist dann das belastbare Argument?#

5,7 gegenüber 9,7 Fehltagen

Beschäftigte mit hoher emotionaler Bindung an ihren Arbeitgeber berichteten 2025 in Deutschland 5,7 Fehltage, Beschäftigte mit geringer Bindung 7,6 Tage und Beschäftigte ohne Bindung 9,7 Tage, ein Unterschied von 41 Prozent zwischen der höchsten und der niedrigsten Bindungsgruppe.
Quelle: Gallup (2026), Gallup Engagement Index Deutschland 2025, Gallup GmbH, Berlin, Datenjahr 2025, publiziert 12. März 2026. Originaldokument: https://www.gallup.com/file/de/702908/Engagement_Index_Deutschland_2025_Bericht.pdf
Bezugsbasis: selbstberichtete Fehltage, ohne Langzeitkranke über 90 Tage, 1.700 Telefoninterviews, repräsentativ für Beschäftigte in Deutschland ab 18 Jahren.
Methode: Q12-Instrument, Feldzeit 17. November bis 20. Dezember 2025.
Der Vergleichsvorbehalt gehört in denselben Absatz: 5,7 bis 9,7 Tage liegen weit unter jedem Krankenkassenwert (18,5 bis 23,3 Tage), weil es Selbstauskünfte sind und Langzeitkranke ausgeschlossen wurden. Diese Zahlen sind nur relativ zueinander zu verwenden, nie als absoluter Krankenstand.
Was daraus folgt und was nicht: Es ist ein Zusammenhang, kein nachgewiesener Kausaleffekt einer Maßnahme. Er ist trotzdem das brauchbarste verfügbare Argument, weil Bindung betrieblich gestaltbar ist und weil die Größenordnung aus einer unabhängigen, jährlich wiederholten Erhebung stammt.

Was diese Seite deshalb nicht tut#

Wir nennen keinen ROI für Ihr Unternehmen und bauen keinen ROI-Rechner. Ein Rechner, der eine geplante Investition mit einem Literaturfaktor multipliziert, erzeugt eine Zahl, die keine Grundlage hat. Der Fehlzeitenkosten-Rechner in Abschnitt 3 rechnet ausschließlich Kosten, weil Kosten aus überprüfbaren Eingaben folgen. Was eine Maßnahme davon einspart, ist eine empirische Frage, und die deutsche Evidenzlage beantwortet sie nicht.

Deutschland im internationalen Vergleich#

Ist Deutschland "Krankheits-Weltmeister"?#

Auf einer Messgröße Platz 1, auf der anderen Mittelfeld

Nach den administrativen OECD-Daten für 2022 lag Deutschland mit 24,9 registrierten Fehltagen je Jahr auf Platz 1 vor Tschechien (19,2), Norwegen (18,8), Spanien (17,5) und Portugal (8,5). Nach der EU-Arbeitskräfteerhebung, einer einheitlichen Haushaltsbefragung, liegt Deutschland mit 3,6 Fehlwochen je Jahr im Mittelfeld, hinter Norwegen (rund 6), Finnland (5) und Spanien (5).
Quelle: Hildebrandt, S. und Nguyen, T. H. (2026), Internationaler Vergleich von Fehlzeiten und Karenztagen, G+G Wissenschaft, Jahrgang 26, Heft 1/2026, Seiten 31-39; Projektdarstellung IGES Institut, publiziert 21. Januar 2026. https://www.wido.de/fileadmin/Dateien/Dokumente/Publikationen_Produkte/GGW/2026/wido_ggw0126_hildebrandt_nguyen_3.pdf
Bezugsbasis: OECD-Reihe registrierter Fehltage, Datenjahr 2022, gegenüber EU-Arbeitskräfteerhebung.
Methode: Vergleichsanalyse zweier Datensysteme durch das IGES Institut, veröffentlicht in der Zeitschrift des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.
Warum die beiden auseinandergehen: Die administrativen OECD-Daten hängen stark von den nationalen Meldepflichten ab, und die deutsche eAU erfasst Abwesenheiten vollständiger als die Systeme anderer Länder. Die EU-Arbeitskräfteerhebung verwendet in allen Ländern denselben Haushaltsfragebogen und ist für einen Vergleich daher aussagekräftiger. Deutschlands Spitzenplatz auf der OECD-Messgröße spiegelt sein Meldesystem, nicht großzügigere Regeln oder kränkere Beschäftigte.
Vorbehalt: Lesen Sie Länderwerte im Einzelnen in der Originalpublikation nach, bevor Sie sie weiterverwenden.

Wie engagiert sind Beschäftigte in Deutschland?#

10 Prozent mit hoher emotionaler Bindung

10 Prozent der Beschäftigten in Deutschland hatten 2025 eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber (2024: 9 Prozent; 2023: 14 Prozent), 77 Prozent eine geringe Bindung, der höchste bisher gemessene Wert, und 13 Prozent hatten innerlich gekündigt.
Quelle: Gallup (2026), Gallup Engagement Index Deutschland 2025, Gallup GmbH, Berlin, Datenjahr 2025, publiziert 12. März 2026. Originaldokument: https://www.gallup.com/file/de/702908/Engagement_Index_Deutschland_2025_Bericht.pdf
Bezugsbasis: Beschäftigte in Deutschland ab 18 Jahren, 1.700 Telefoninterviews, repräsentativ.
Methode: Q12-Instrument, Feldzeit 17. November bis 20. Dezember 2025.
Methodenfalle: Die 10 Prozent stammen aus dem Engagement Index Deutschland (Telefonbefragung). Die häufig danebengestellten 11 Prozent stammen aus "State of the Global Workplace" (Gallup World Poll). Das sind zwei verschiedene Erhebungen desselben Hauses und dürfen nicht gemischt werden. Für eine deutschsprachige Aussage ist der Engagement Index Deutschland die richtige Quelle.
Kosten und Folgewerte derselben Erhebung: Gallup beziffert die volkswirtschaftlichen Kosten der inneren Kündigung für 2025 auf 119,2 bis 142,3 Milliarden Euro. Es ist eine Spanne, kein Punktwert, sie beruht auf einer Modellrechnung auf Basis des Statistischen Bundesamtes 2025 und bezieht sich ausschließlich auf die 13 Prozent der innerlich Gekündigten. Ferner: 12 Prozent sind aktiv auf Jobsuche, unter innerlich Gekündigten 39 Prozent; die Bleibeabsicht auf ein Jahr liegt bei 56 Prozent (2018: 78 Prozent); Dauerstress am Arbeitsplatz berichten insgesamt 19 Prozent, bei hoher Bindung 9 Prozent und unter innerlich Gekündigten 41 Prozent.

Was kostet psychische Erkrankung die europäische Wirtschaft?#

1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr

Die OECD schätzt, dass psychische Erkrankungen die Wirtschaftsleistung im Zeitraum 2025 bis 2050 im Durchschnitt um 1,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr mindern, und beziffert die EU-weiten direkten Gesundheitsausgaben auf 76 Milliarden Euro jährlich, rund 6 Prozent der Gesundheitsbudgets. Zusätzlich rechnet sie mit einer um 2,5 Jahre kürzeren gesunden Lebenserwartung EU-weit und rund 28.000 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr.
Quelle: OECD (2026), The Economic Case for Preventing Mental Ill Health, OECD Health Policy Studies, publiziert 30. April 2026. https://www.oecd.org/en/publications/the-economic-case-for-preventing-mental-ill-health_16668f16-en.html
Bezugsbasis: OECD- und EU-Länder, Projektionszeitraum 2025 bis 2050.
Methode: makroökonomische Modellierung der OECD.
Prävalenzrahmen derselben Publikation: Etwas über 20 Prozent der Menschen in den OECD- und EU-Ländern hatten 2023 eine psychische Erkrankung, unter den 15- bis 24-Jährigen mehr als jede vierte Person; unter den Diagnostizierten entfielen rund 40 Prozent auf Angststörungen, 20 Prozent auf depressive Störungen und 17 Prozent auf Substanzgebrauchsstörungen. Ein Deutschland-spezifischer Wert wird in dieser Publikation nicht ausgewiesen.
Wichtige Abgrenzung: Die 76 Milliarden Euro sind ausschließlich direkte Gesundheitsausgaben. Sie ersetzen nicht die häufig zitierten 600 Milliarden Euro aus "Health at a Glance: Europe 2018" (Bezugsjahr 2015), die eine Gesamtrechnung aus direkten Gesundheitskosten (190 Mrd.), Sozialversicherung (170 Mrd.) und indirekten Arbeitsmarktkosten (260 Mrd.) waren. Die 76 Milliarden Euro als "die Kosten psychischer Erkrankungen in Europa" darzustellen, unterschätzt sie um etwa eine Größenordnung.

Wie gehen europäische Betriebe mit psychosozialen Risiken um?#

25 Prozent erkennen psychosoziale Risiken gar nicht als vorhanden an

In der vierten Welle der europäischen Unternehmensbefragung ESENER gaben 2024 25 Prozent der Organisationen an, psychosoziale Risiken seien in ihrem Betrieb nicht vorhanden; 21 Prozent halten sie für schwerer handhabbar als andere Risiken (Schweden 38, Dänemark 37 Prozent). Die Beteiligung der Beschäftigten an der Gestaltung von Maßnahmen gegen psychosoziale Risiken sank von 61 Prozent (2019) auf 55 Prozent (2024).
Quelle: Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA), ESENER 2024, erste Ergebnisse, Pressemitteilung vom 7. Februar 2025, Feldzeit Mai bis Oktober 2024. https://osha.europa.eu/en/facts-and-figures/esener
Bezugsbasis: EU-weite Werte, 41.458 Betriebe in 30 Ländern (EU27 plus Island, Norwegen und Schweiz).
Methode: telefonische und Online-Befragung von Organisationen ab fünf Beschäftigten.
Kein Deutschland-Wert wird hier genannt. Die im Netz zirkulierenden ESENER-Zahlen für Deutschland vermischen EU- und Länderwerte. Der belastbare Weg zu deutschen ESENER-Werten ist die Open-Access-Publikation Lunau, T., Wahrendorf, M., Beck, D. et al. (2026), Verbreitung betrieblicher Präventionsmaßnahmen im Umgang mit psychosozialen Risiken der Arbeit in Deutschland, Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, DOI 10.1007/s40664-026-00611-9, oder das ESENER-Datenwerkzeug mit Länderfilter.
Weitere EU-Werte 2024: langes Sitzen 64 Prozent, repetitive Hand- und Armbewegungen 63 Prozent, schwierige Kundinnen, Patienten oder Schülerinnen 56 Prozent, schweres Heben 52 Prozent, Zeitdruck 43 Prozent, Homeoffice 23 Prozent (2019: 13 Prozent).

Was sagt die Weltgesundheitsorganisation?#

12 Milliarden Arbeitstage, rund 1 Billion US-Dollar

Nach Angabe der Weltgesundheitsorganisation gehen weltweit schätzungsweise 12 Milliarden Arbeitstage pro Jahr durch Depression und Angsterkrankungen verloren, mit Produktivitätskosten von rund 1 Billion US-Dollar jährlich.
Quelle: World Health Organization, Faktenblatt "Mental health at work", zuletzt aktualisiert 2. September 2024. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-at-work. Ursprung der Zahl: WHO/ILO-Policy-Brief "Mental health at work" vom 28. September 2022. https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/c920460c-9dab-4f9a-ab36-8a83359b35c1/content
Bezugsbasis: weltweit, alle Erwerbstätigen.
Methode: Das Faktenblatt selbst nennt keine Quellenzuordnung für diese Zahl. Der Policy-Brief von 2022 führt unter anderem Chisholm et al. (2016), IHME 2019, ILO 2018 und ILO 2022 als Grundlagen an. Die Herleitungskette wurde von uns nicht bis zur Ursprungsberechnung geprüft.
Verwendungshinweis: Wir führen die Zahl als WHO/ILO-Schätzung von 2022, die die WHO im Faktenblatt vom 2. September 2024 weiterhin so veröffentlicht, nicht als aktuelle Messung.

Rechtlicher Rahmen und Förderung#

Vier dieser Vorschriften enthalten Zahlen und sind damit selbst Kennzahlen. Alle Paragraphentexte sind bei gesetze-im-internet.de nachlesbar.

Wie viel muss eine Krankenkasse je Versichertem für Prävention ausgeben?#

7,52 Euro je Versichertem (gesetzlicher Basiswert)

Nach § 20 Abs. 6 S. 1 SGB V sollen die Ausgaben der Krankenkassen für Prävention und Gesundheitsförderung ab dem Jahr 2019 insgesamt für jeden ihrer Versicherten 7,52 Euro umfassen. Davon sind mindestens 2,15 Euro für Leistungen nach § 20a SGB V (Lebenswelten) und mindestens 3,15 Euro für Leistungen nach § 20b SGB V (betriebliche Gesundheitsförderung) aufzuwenden, und von diesem § 20b-Mindestbetrag mindestens 1,00 Euro für Einrichtungen nach § 107 SGB V und § 71 SGB XI.
Quelle: § 20 Abs. 6 SGB V, Fassung geltend seit 1. Januar 2019 (eingeführt durch das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz), abgerufen September 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__20.html
Bezugsbasis: je Versichertem und Kalenderjahr, je Krankenkasse.
Methode: Gesetzestext. Die Beträge werden nach § 20 Abs. 6 S. 5 SGB V jährlich entsprechend der prozentualen Veränderung der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV angepasst, nicht nach § 71 Abs. 3 SGB V.
Wichtige Einordnung: Das Gesetz sagt "sollen", und der Präventionsbericht nennt die Werte "Orientierungswerte". Es ist eine weiche Zielvorgabe an die Krankenkassen, keine Pflicht des Arbeitgebers und kein Anspruch eines Betriebs.

JahrRichtwert gesamtmindestens § 20amindestens § 20bStatus
Gesetzliche Basis ab 20197,52 Euro2,15 Euro3,15 EuroGesetzestext
20248,53 Euro2,44 Euronicht ausgewiesenim GKV/MD-Präventionsbericht 2025 gedruckt
2025rund 9,04 Eurorund 2,59 Eurorund 3,79 Euroeigene Fortschreibung, kein amtlicher Wert
2026rund 9,55 Eurorund 2,73 Eurorund 4,00 Euroeigene Fortschreibung, kein amtlicher Wert

Methode der Fortschreibung, offengelegt: Indexierung des Basiswerts von 7,52 Euro mit der monatlichen Bezugsgröße West nach § 18 Abs. 1 SGB IV (2019: 3.115 Euro; 2024: 3.535; 2025: 3.745; 2026: 3.955). Für 2024 reproduziert diese Methode den amtlich gedruckten Wert exakt (7,52 mal 3.535 geteilt durch 3.115 ergibt 8,534), was für die Richtigkeit des Verfahrens spricht. Die Zeilen für 2025 und 2026 bleiben dennoch eine Rechnung und keine Quelle.

Wie viel kann ein Arbeitgeber steuerfrei in Gesundheitsförderung investieren?#

600 Euro je Mitarbeitendem und Jahr

Nach § 3 Nr. 34 EStG sind zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistungen des Arbeitgebers zur Verhinderung und Verminderung von Krankheitsrisiken und zur Förderung der Gesundheit in Betrieben steuerfrei, soweit sie 600 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigen, und soweit sie hinsichtlich Qualität, Zweckbindung, Zielgerichtetheit und Zertifizierung den Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V genügen.
Quelle: § 3 Nr. 34 EStG, abgerufen September 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
Bezugsbasis: je Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer und Kalenderjahr.
Methode: Gesetzestext. Der Betrag wurde durch das Jahressteuergesetz 2019 mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2020 von 500 auf 600 Euro erhöht und ist im Jahr 2026 unverändert.
Drei Bedingungen, die häufig übersehen werden: Zusätzlichkeitserfordernis (§ 8 Abs. 4 EStG; eine Gehaltsumwandlung erfüllt es nicht), Erfüllung der Anforderungen der §§ 20 und 20b SGB V (in der Praxis des GKV-Leitfadens Prävention), und es handelt sich um einen Freibetrag, nicht um eine Freigrenze: steuerpflichtig ist nur der übersteigende Betrag.
Nicht verwechseln mit § 3 Nr. 34a EStG, einer eigenständigen Befreiung für Betreuungsleistungen, die auf einem ihrer beiden Zweige ebenfalls 600 Euro nennt.
Einordnung: Nach dem BMF-Schreiben vom 20. April 2021, IV C 5 - S 2342/20/10003 :003, Rz. 4, ist für Leistungen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 20b SGB V eine Zertifizierung grundsätzlich nicht vorgesehen. Die Zertifizierung betrifft den Kursstrang nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V. Die Einzelheiten stehen im Business Case, Abschnitt 11 (/de-de/business-case-bgm).

Wie lange zahlt der Arbeitgeber das Entgelt im Krankheitsfall weiter?#

Sechs Wochen zu 100 Prozent

Nach § 3 Abs. 1 EFZG haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei unverschuldeter krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber bis zur Dauer von sechs Wochen. Ab der siebten Woche zahlt die Krankenkasse Krankengeld, längstens bis zur 72. Woche der Erkrankung.
Quelle: § 3 EFZG, abgerufen September 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/entgfg/__3.html
Bezugsbasis: je Krankheitsfall und Arbeitsverhältnis; bei einer anderen Erkrankung beginnt der Anspruch neu.
Methode: Gesetzestext. Die Nachweispflicht besteht nach § 5 Abs. 1 EFZG ab dem vierten Tag, der Arbeitgeber kann sie vertraglich ab dem ersten Tag verlangen.
Stand der angekündigten Änderungen, September 2026: Weder ein Karenztag noch eine Verkürzung der Entgeltfortzahlung noch eine allgemeine Attestpflicht ab dem ersten Fehltag sind geltendes Recht. Die telefonische Krankschreibung ist durch den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 7. Dezember 2023 dauerhaft in der AU-Richtlinie verankert und weiterhin in Kraft; ihre Abschaffung ist angekündigt, aber nicht beschlossen. Die zitierbare Tatsache ist in allen drei Fällen, dass sich nichts geändert hat.

Ab wann muss ein Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten?#

Nach mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit im Jahr

Nach § 167 Abs. 2 SGB IX muss der Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement anbieten, wenn Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind.
Quelle: § 167 Abs. 2 SGB IX, abgerufen September 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_9_2018/__167.html
Bezugsbasis: mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines beliebigen Zwölfmonatszeitraums, ununterbrochen oder kumuliert.
Methode: Gesetzestext.
Vier Punkte, die in der Praxis regelmäßig falsch dargestellt werden: Die Pflicht gilt für alle Beschäftigten, nicht nur für schwerbehinderte Menschen. Sie gilt unabhängig von der Betriebsgröße und unabhängig davon, ob ein Betriebsrat besteht. Das Angebot ist für den Arbeitgeber verpflichtend, die Teilnahme für die betroffene Person freiwillig. Der Werks- oder Betriebsarzt wird nach Satz 3 hinzugezogen, soweit erforderlich.

Ist die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung Pflicht?#

Ja, seit dem 25. Oktober 2013, für jeden Arbeitgeber

Nach § 5 Abs. 1 ArbSchG hat der Arbeitgeber durch eine Beurteilung der mit der Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG nennt unter den zu berücksichtigenden Gefährdungsquellen ausdrücklich "psychische Belastungen bei der Arbeit". Diese Ziffer gilt seit dem 25. Oktober 2013.
Quelle: § 5 ArbSchG, abgerufen September 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/arbschg/__5.html
Bezugsbasis: alle Arbeitgeber in Deutschland, unabhängig von der Zahl der Beschäftigten.
Methode: Gesetzestext, eingefügt durch Art. 8 des BUK-Neuorganisationsgesetzes.
Und die Dokumentationspflicht kennt keine Kleinbetriebsausnahme mehr. Die frühere Freistellung von Arbeitgebern mit zehn oder weniger Beschäftigten in § 6 Abs. 1 ArbSchG wurde am selben Tag aufgehoben. Seit dem 25. Oktober 2013 muss jeder Arbeitgeber ab einer beschäftigten Person die Gefährdungsbeurteilung dokumentieren; nur der Umfang skaliert ("je nach Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten"). Jede Aussage, wonach Kleinbetriebe befreit seien, ist seit dreizehn Jahren überholt.
Ergänzend: § 4 Nr. 1 ArbSchG verlangt, die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung "für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit" möglichst vermieden wird. § 3 Abs. 3 ArbSchG verbietet, die Kosten des Arbeitsschutzes den Beschäftigten aufzuerlegen.
Es gibt keine neue EU-Richtlinie zu psychosozialen Risiken. Was existiert, ist eine Entschließung des Europäischen Parlaments (P9_TA(2023)0457) und der EU-Strategierahmen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit 2021 bis 2027. Deutschland liegt mit § 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG bereits über dem europäischen Mindeststandard.

Ab welcher Betriebsgröße braucht es einen Arbeitsschutzausschuss?#

Mehr als 20 Beschäftigte

Nach § 11 ASiG hat ein Arbeitgeber mit mehr als 20 Beschäftigten einen Arbeitsschutzausschuss zu bilden, der mindestens einmal vierteljährlich zusammentritt. Nach § 1 ASiG müssen Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit bestellt werden, nach § 2 Abs. 1 und § 5 ASiG schriftlich.
Quelle: Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ASiG) vom 12. Dezember 1973, zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 5 des Gesetzes vom 20. April 2013, abgerufen September 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/asig/
Bezugsbasis: Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten.
Methode: Gesetzestext. Keine Änderung zwischen 2024 und 2026.
Hinweis zur DGUV Vorschrift 2: Eine überarbeitete Fassung tritt seit 2025 träger für träger in Kraft, ergänzt um die DGUV Regel 100-002. Weil das Inkrafttreten je Berufsgenossenschaft erfolgt, nennen wir hier kein bundesweites Datum und keine Einsatzzeiten. Maßgeblich ist die aktuelle Vorschrift des jeweils zuständigen Unfallversicherungsträgers.

Und was der Betriebsrat damit zu tun hat#

Nach § 87 Abs. 1 BetrVG hat der Betriebsrat in Angelegenheiten der Regelungen über die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie über den Gesundheitsschutz im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Unfallverhütungsvorschriften mitzubestimmen (§ 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG), ebenso bei Fragen der betrieblichen Lohngestaltung und, praktisch besonders relevant für BGM, bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die zur Überwachung von Verhalten oder Leistung geeignet sind (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG).
Quelle: § 87 BetrVG, abgerufen September 2026. https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__87.html
Praktische Folge für BGM-Vorhaben: Die Ausgestaltung der Gefährdungsbeurteilung, betriebliche Gesundheitsprogramme mit Datenerhebung und digitale Gesundheitsanwendungen sind mitbestimmungspflichtig. Eine Betriebsvereinbarung ist außerdem der geeignete Weg, die datenschutzrechtliche Grundlage nach Art. 88 DSGVO zu schaffen.

Häufige Fragen#

1. Wie hoch ist der Krankenstand in Deutschland aktuell?
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland waren 2025 durchschnittlich 14,6 Arbeitstage krankgemeldet, und 5,9 Prozent waren im Jahresdurchschnitt krankgemeldet (Statistisches Bundesamt, Datenjahr 2025, Seitenstand Juli 2026). Die Krankenkassen veröffentlichen abweichende Werte auf anderer Bezugsbasis, siehe Abschnitt 1.

2. Warum nennen AOK, TK, Barmer, BKK und DAK unterschiedliche Krankenstände, und welche Zahl soll ich verwenden?
Weil sie unterschiedliche Versichertenkollektive zählen, teils standardisieren und teils nicht, und weil alle Kassen in Kalendertagen rechnen, das Statistische Bundesamt dagegen in Arbeitstagen. Für eine Aussage über Deutschland verwenden Sie das Statistische Bundesamt, für einen Betriebsvergleich den Report der Kasse, bei der Ihre Belegschaft überwiegend versichert ist, für ein Kostenargument die BAuA. Mitteln Sie nie über Kassen hinweg.

3. Wie viele Arbeitstage fehlen Beschäftigte in Deutschland pro Jahr?
14,6 Arbeitstage im Jahr 2025 (Statistisches Bundesamt, Arbeitszeitrechnung des IAB). Die Krankenkassenwerte von 18,5 bis 23,3 Tagen sind Kalendertage und deshalb systematisch höher.

4. Wie hat sich der Krankenstand seit 1991 entwickelt?
Von 12,7 Arbeitstagen (1991) fiel er bis 2007 auf 8,1 Tage, ein Rückgang um 36 Prozent, und stieg danach auf 14,6 Tage im Jahr 2025. Zwischen 2021 und 2025 betrug der Anstieg 3,4 Tage.

5. Welche Rolle spielt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Anstieg seit 2022?
Eine große. Seit dem 1. Januar 2022 erreicht jede Krankschreibung die Kasse automatisch, vorher nur die eingereichten. Das Statistische Bundesamt führt den Anstieg seit 2022 wesentlich darauf zurück, und das IGES Institut beziffert den eAU-Anteil am Anstieg der Atemwegs-Arbeitsunfähigkeit auf 36,2 Prozent. Jede Zeitreihe über 2022 hinweg braucht eine Bruchmarkierung.

6. Was kostet ein Fehltag ein deutsches Unternehmen?
Volkswirtschaftlich 152 Euro Produktionsausfall und 258 Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung je AU-Tag (BAuA, Berichtsjahr 2024). Für die eigene Rechnung sind das makroökonomische Durchschnitte. Der Rechner in Abschnitt 3 setzt Ihre eigenen Werte ein und zeigt die Formel. Die im Markt kursierenden "400 bis 500 Euro je Krankheitstag" haben keine belegte Quelle und erscheinen hier nicht.

7. Wie viel zahlen Arbeitgeber in Deutschland pro Jahr für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall?
Geschätzte 85,6 Milliarden Euro im Jahr 2025, davon 72,5 Milliarden Euro Bruttoentgelte und 13,1 Milliarden Euro geschätzte Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (IW Köln, IW-Kurzbericht Nr. 57/2026).

8. Wie hoch sind die volkswirtschaftlichen Kosten der Arbeitsunfähigkeit in Deutschland?
134 Milliarden Euro Produktionsausfall (3,0 Prozent des Bruttonationaleinkommens) und 227 Milliarden Euro Ausfall an Bruttowertschöpfung (5,1 Prozent) im Jahr 2024 (BAuA). Die BAuA bezeichnet diese Werte selbst als Präventionspotenzial unter der Annahme vollständiger Vermeidbarkeit. Sie sind kein erreichbares Einsparvolumen.

9. Welchen Anteil haben psychische Erkrankungen an den Fehltagen?
16,7 Prozent aller AU-Tage im Jahr 2024 (BAuA). Die Werte der einzelnen Kassen reichen von 12,0 Prozent (AOK, 2025) bis 21,9 Prozent (Barmer, 2025). Alle sind korrekt für ihr jeweiliges Versichertenkollektiv.

10. Wie lange dauert eine Krankschreibung wegen einer psychischen Erkrankung im Durchschnitt?
28,5 Kalendertage bei AOK-Versicherten und 42,1 Kalendertage bei Barmer-Versicherten (jeweils Datenjahr 2025), in beiden Kollektiven die längste Falldauer aller Diagnosegruppen.

11. In welchen Branchen und Bundesländern ist der Krankenstand am höchsten?
Nach Wirtschaftszweigen reichten die AU-Tage 2024 von 14,3 Tagen (Information und Kommunikation) bis 26,3 Tagen (öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit; BAuA). Nach Bundesländern reichte der Krankenstand der AOK-Versicherten 2025 von 5,6 Prozent (Berlin) bis 7,5 Prozent (Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern; WIdO).

12. Was ist Präsentismus, wie verbreitet ist er, und was kostet er?
Präsentismus bedeutet, krank zur Arbeit zu gehen. 68,6 Prozent der Beschäftigten taten das 2016 mindestens einmal, im Durchschnitt an 8,7 Tagen im Jahr (IAB, Linked Personnel Panel). Zu den Kosten gibt es für Deutschland keine aktuelle amtliche Zahl, und wir veröffentlichen deshalb keine. Die häufig zitierten 227 Milliarden Euro sind Absentismus, nicht Präsentismus.

13. Wie viele Unternehmen in Deutschland betreiben betriebliche Gesundheitsförderung, und wie viel geben die Krankenkassen dafür aus?
Es gibt keine einzelne belastbare Zahl. Die repräsentative Messung ist die BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung 2024: 53 Prozent der Beschäftigten kennen ein Angebot in ihrem Betrieb, 58 Prozent von ihnen nehmen teil. Die gesetzlichen Krankenkassen gaben 2024 rund 282,0 Millionen Euro für betriebliche Gesundheitsförderung aus und erreichten damit 28.142 Betriebe, 5 Prozent weniger als im Vorjahr.

14. Ist die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung Pflicht, und ab wann muss ein BEM angeboten werden?
Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist seit dem 25. Oktober 2013 für jeden Arbeitgeber Pflicht (§ 5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG), unabhängig von der Betriebsgröße, und die frühere Dokumentationsausnahme für Kleinbetriebe ist am selben Tag entfallen. Ein betriebliches Eingliederungsmanagement muss angeboten werden, sobald Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren, ununterbrochen oder kumuliert (§ 167 Abs. 2 SGB IX).

15. Lohnt sich betriebliches Gesundheitsmanagement finanziell? Was sagt die Evidenz zum ROI?
Die Evidenz ist begrenzt. Der meistzitierte deutsche Wert, ein ROI von 2,7, stammt aus iga.Report 40 (2019) und stützt sich auf 47 aus einer britisch-australischen Metaanalyse übernommene Werte aus überwiegend US-amerikanischen Studien. Derselbe Bericht weist auf derselben Seite aus, dass die qualitativ hochwertigen Studien im Mittel 1,8 ergeben, dass 27 Prozent von ihnen keine Einsparung nachweisen und dass bei randomisierten Studien über die Hälfte keine Ersparnis zeigt. Die am besten gepowerte deutsche Studie (FRIAA, n = 550) fand keinen Effekt auf Fehlzeiten und war nicht kosteneffektiv. Die verbreitete Formel "1 Euro bringt 2,50 bis 4,80 Euro" führt über drei Berichte auf eine US-Literaturübersicht von 2001 zurück und enthält keine deutschen Daten. Wir nennen deshalb keinen ROI für Ihr Unternehmen. Das belastbare Argument ist der Zusammenhang zwischen Bindung und Fehltagen (5,7 gegenüber 9,7 Tagen, Gallup 2025) sowie die Kostenseite, die aus Ihren eigenen Zahlen folgt.

Quellenverzeichnis#

Jede Zahl dieser Seite stammt aus einer dieser Quellen. Die Spalte Lizenz gibt die Wiederverwendungsbedingung wieder, wie die jeweilige Publikation sie selbst formuliert. Sie existiert in dieser Form auf keiner anderen deutschsprachigen Seite und ist auch für Redaktionen und Agenturen gedacht, die selbst mit diesen Quellen arbeiten.

QuelleWas sie liefertBezugsbasisAktuellstes DatenjahrRhythmusLizenz und Wiederverwendung
Statistisches Bundesamt (Destatis), KrankenstandKrankenstand in Arbeitstagen, Anteil Krankgemeldeter, Reihe ab 1991Arbeitstage, alle Arbeitnehmer2025 (Seitenstand Juli 2026)jährlich, JuliDatenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 (dl-de/by-2-0). Kommerzielle Nutzung mit Namensnennung ausdrücklich erlaubt. Zitierstring: "Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Genesis-Online, Abrufdatum; Datenlizenz by-2-0", bei Bearbeitung ergänzt um "eigene Berechnung/eigene Darstellung"
Destatis, VerdiensterhebungBruttojahresverdienste, Median und Mittel, BranchenwerteVollzeitbeschäftigte, einschließlich Sonderzahlungen2025jährlich, Aprildl-de/by-2-0
Destatis, ErwerbstätigenrechnungErwerbstätige und Arbeitnehmer als NennerInlandskonzept, Jahresdurchschnitt2025jährlich, Januardl-de/by-2-0
Destatis, Krankheitskostenrechnungdirekte Krankheitskosten nach Diagnosegruppendirekte medizinische Kosten2023jährlich, ca. 18 Monate Verzugdl-de/by-2-0
Destatis, ArbeitskostenerhebungArbeitskosten je geleisteter Stundegeleistete Arbeitsstunden2025jährlich, Aprildl-de/by-2-0
Destatis, MikrozensusAnteil Kranker und UnfallverletzterSelbstauskunft, Erhebungstag plus vier Wochen2025jährlich, Aprildl-de/by-2-0
Bundesministerium für Gesundheit, GKV-Statistik KM1monatlicher Krankenstand, amtliche BundesreiheStichtag 1. des Monats, krankengeldberechtigte Mitglieder2025monatlich, Jahresdatei im JanuarBundespublikation, Nutzung mit Quellenangabe. PDF nicht spiegeln
BAuA / BMAS, "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" (SuGA) und KostenblattAU-Tage, Produktionsausfall, Bruttowertschöpfungsausfall, Diagnose- und BranchengliederungKalendertage, GKV-Mitgliedsjahre2024jährlich, DezemberKein Open Data. Zahlen nur mit der vorgeschriebenen Quellenangabe "BMAS/BAuA (2025): Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2024. Download von www.baua.de/suga". Das Impressum behält alle Rechte vor und erlaubt ohne Zustimmung nur den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch; Texte sollen verlinkt statt übernommen werden; Grafiken im Internet oder kommerziell nur mit vorheriger Genehmigung des BAuA-Informationszentrums
BAuA, BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung und baua: FaktenBGF-Bekanntheit und -Teilnahme, Arbeitsintensität, ErschöpfungBeschäftigte, repräsentativ, n = 20.0062024alle ca. 6 Jahre (2006, 2012, 2018, 2024)wie BAuA oben
GDA / Nationale Arbeitsschutzkonferenz, Betriebs- und BeschäftigtenbefragungGefährdungsbeurteilung, Berücksichtigung psychischer BelastungBetriebe, repräsentativ, n = 3.8172023/24unregelmäßig (2011, 2015, 2023/24)Nicht ausgewiesen. Herausgegeben von der NAK-Geschäftsstelle bei der BAuA; wie BAuA behandeln
DGUV, Arbeitsunfallgeschehen und Statistiken für die PraxisArbeits- und Wegeunfälle, Unfallquoten, Berufskrankheiten, EntschädigungsleistungenDGUV-Mitgliedsträger, Vollregister mit stichprobenhochgerechneten Detailtabellen2024jährlich, Herbst"Die Vervielfältigung, auch auszugsweise, ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet." Kein Zitiervorschlag vorhanden. Zahlen im Fließtext zitieren, Tabellen selbst neu aufbauen, für Reproduktionen Genehmigung (info@dguv.de)
IW Köln, IW-Kurzbericht und IW-ReportEntgeltfortzahlungsaufwand, methodische Analyse des KrankenstandsArbeitgeber in Deutschland, Schätzung auf Basis des Sozialbudgets2025jährlich, August/Septemberfreie PDF mit DOI, akademische Zitierweise. Arbeitgeberfinanziertes Institut mit erklärter politischer Position
GKV-Spitzenverband und Medizinischer Dienst Bund, PräventionsberichtGKV-Ausgaben für Prävention und BGF, erreichte Betriebe und Beschäftigte, Größen- und BranchenverteilungVollerhebung der Kassendokumentation2024jährlich, Ende NovemberImpressum erlaubt kostenloses Zitieren aus Publikationen "unverändert und im Sachzusammenhang" mit korrekter Quellenangabe. Logo und Bildmaterial ausgenommen
GKV-Spitzenverband, Leitfaden PräventionHandlungsfelder und Kriterien nach § 20 Abs. 2 SGB VRegelwerk, keine StatistikFassung 17. Dezember 2025etwa jährlich, Dezemberwie oben. Zitierhinweis des Herausgebers verwenden
AOK / WIdO, Fehlzeiten-BilanzKrankenstand, AU-Tage, Bundesländer, Langzeitfälle, KrankheitsartenKalendertage, ca. 14,9 Mio. AOK-Versicherte2025jährlich, MärzPressemitteilungen und Pressetabellen frei. Der Fehlzeiten-Report (Springer-Buch) ist nicht Open Access. Diese Seite baut ausschließlich auf der freien Fehlzeiten-Bilanz auf
WIdO, G+G Wissenschaftinternationaler Vergleich von Fehlzeiten und KarenztagenOECD-Administrativdaten gegenüber EU-Arbeitskräfteerhebung2022 (OECD-Reihe)unregelmäßigfrei zugängliche Zeitschriftenausgabe, akademische Zitierweise
Techniker Krankenkasse, GesundheitsreportKrankenstand, Fehltage, psychische Störungen, LangfristtrendKalendertage, 6,23 Mio. Erwerbspersonen, standardisiert2025jährlich"Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung." Zahlen zitieren, nichts nachdrucken
DAK-Gesundheit, Gesundheitsreport und PsychreportKrankenstand, Fehltage, Altersanalyse, psychische Erkrankungen, HalbjahreswerteKalendertage, ca. 2,2 Mio. erwerbstätige Versicherte2025jährlich, Juli, plus HalbjahresanalyseAusdrückliches Verbot des Text und Data Mining nach § 44b UrhG. Zahlen mit Quellenangabe zitieren, nicht scrapen, keine Grafiken übernehmen. Die jährliche Aktualisierung muss manuell erfolgen
BKK Dachverband, Gesundheitsreport und MonatsreiheKrankenstand (zwei getrennte Reihen), AU-Tage, Falldauer, KrankheitsartenKalendertage, BKK-MitgliederReport 2024, Monatsreihe 2025Report jährlich Dezember, Monatsreihe monatlichDas BKK-Statistikportal erlaubt die Nutzung ausdrücklich nur für nicht kommerzielle Zwecke, mit Quellenangabe. Interaktive Grafiken und Datenexporte sind für eine kommerzielle Seite gesperrt. Einzelne Reportzahlen mit Quellenangabe zitieren
Barmer / bifg, GesundheitsreportKrankenstand, Fehltage, Betroffenheitsquote, psychische StörungenKalendertage, 3,52 Mio. Erwerbspersonen, standardisiert2025jährlich, AprilCC BY-ND 4.0. Die einzige deutsche Kassenquelle, deren Material kommerziell weiterverbreitet werden darf, mit Namensnennung und ohne Bearbeitung. Ausnahme: der interaktive Berufsatlas, alle Rechte vorbehalten
iga (Initiative Gesundheit und Arbeit)ROI-Evidenz, Wirksamkeitssyntheseninternationale Studienlage, überwiegend USAReport 40: Literatur 2012 bis 2018unregelmäßigfreie PDF, keine Einschränkung über das Urheberrecht hinaus. Mit Reportnummer zitieren
Gallupemotionale Bindung, Fehltage nach Bindungsgrad, Kosten der inneren Kündigung1.700 Telefoninterviews, repräsentativ2025jährlich, MärzKopieren nur mit allen Urheber- und Markenhinweisen, Bearbeitung ohne schriftliche Genehmigung untersagt, und jede Bezugnahme im Web muss einen Rückverweis auf das vollständige Originaldokument enthalten. Grafiken ausschließlich selbst neu zeichnen
IFBG, TK und Haufe, #whatsnextBGM-Reifegrad, Budgets, Gefährdungsbeurteilung psychischer BelastungOrganisationen, n bis 1.529, selbstselektiert, großbetriebslastig2025alle 2 bis 3 Jahre"Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Studienbandes darf ohne schriftliche Genehmigung der Studienverantwortlichen vervielfältigt oder verbreitet werden." Die restriktivste Quelle im Register. Einzelzahlen im Rahmen des Zitatrechts (§ 51 UrhG), keine Grafiken
ifaaGefährdungsbeurteilung und psychische Gesundheit in der M+E-IndustrieAd-hoc-Stichprobe, n = 208 bis 2932025/26unregelmäßigkeine Lizenz- oder Zitierangabe in der Publikation. Deutsches Urheberrecht, Zitatrecht. Vor Reproduktionen anfragen
IAB, Linked Personnel Panel und IAB-ForumPräsentismus-Prävalenz und -Tageca. 5.000 Beschäftigte aus 846 Betrieben2016unregelmäßigkeine Bedingungen ausgewiesen. Mit Namensnennung zitieren
Deutsche Rentenversicherung BundErwerbsminderungsrenten nach Diagnose und Indikationsgruppe, ZugangsalterVollregister2025 (Indikationsgruppen), 2024 (ICD)jährlich, Juni und Oktoberkeine Nutzungsbedingungen gedruckt. Zitieren als "Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Rentenzugang 2025". Anfragen: statistik-bln@drv-bund.de
DGPPN, Basisdaten Psychische ErkrankungenPrävalenz, Kosten, Behandlungsquoten, SekundärzitateFaktenblatt, SammelquelleStand März 2026unregelmäßigkeine Bedingungen ausgewiesen. Zitierhinweis des Herausgebers unverändert übernehmen
Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Deutschland-Barometer DepressionDepression in der Arbeitswelt, innerbetriebliche Anlaufstellen5.283 Personen, Online-Panel2021 (Arbeitsweltwelle)unregelmäßigkeine Bedingungen ausgewiesen. Mit Namensnennung zitieren
FRIAA (Rothermund et al.; Mulfinger et al.)randomisiert kontrollierte Wirksamkeits- und Kosten-Nutzwert-Analysen = 550, fünf deutsche Zentren2025/2026einmaligZeitschriftenveröffentlichungen, akademische Zitierweise
SEEGEN (Mulfinger et al.)cluster-randomisierte Wirksamkeitsstudie18 Cluster, n = 4152025einmaligPLOS ONE, Open Access, CC BY
OECDPrävalenz und ökonomische Folgen psychischer Erkrankungen im OECD-RaumOECD- und EU-Länder2023 bis 2050 (Projektion)unregelmäßigin der Regel Namensnennung, je Publikation prüfen
EU-OSHA, ESENERUmgang europäischer Betriebe mit psychosozialen Risiken41.458 Betriebe, 30 Länder2024alle ca. 5 Jahrein der Regel Namensnennung, Datensatz über GESIS frei. Deutschlandwerte nur über das Datenwerkzeug oder Lunau et al. (2026)
WHOglobale Schätzung verlorener ArbeitstageweltweitFaktenblattstand 2. September 2024, Ursprung 2022unregelmäßigkeine Angabe auf der Faktenblattseite. WHO-Publikationen üblicherweise CC BY-NC-SA 3.0 IGO, nicht verifiziert
Gesetze (gesetze-im-internet.de)SGB V, SGB IX, EFZG, ArbSchG, ASiG, EStG, BetrVGGesetzestexteStand September 2026laufendamtliche Texte, frei zitierbar
Felix Burda Stiftung / Booz & Company (2011), "Vorteil Vorsorge"historischer Ursprung der zirkulierenden Präsentismus- und ROI-Zahlenca. 20 qualitative Unternehmensinterviews, Bezugsjahr 20092009einmaligNur als Beleg für die Herkunft der Zahlen geführt. Es wird keine Zahl daraus veröffentlicht (Abschnitt 14)

Methodik und Aktualisierung#

Die Publikationsregel#

Keine Zahl erscheint auf dieser Seite ohne fünf Angaben:

  1. einen namentlich genannten Herausgeber,
  2. das Jahr, auf das sich die Daten beziehen (Datenjahr),
  3. das Jahr der Veröffentlichung,
  4. die Bezugsbasis (Kalendertage oder Arbeitstage, und welche Grundgesamtheit),
  5. einen funktionierenden Link auf das Primärdokument.

Fehlt eine davon, erscheint die Zahl nicht. Die fünfte Angabe ist die deutsche Ergänzung: Wegen der in Abschnitt 1 beschriebenen Unvergleichbarkeit ist eine deutsche Fehlzeitenzahl ohne ihre Bezugsbasis keine zitierfähige Zahl.

Weitere Regeln, die für diese Seite gelten:

  • Der Link führt immer auf das Primärdokument, nie auf einen Presseartikel darüber.
  • Jede Zahl steht in einem für sich verständlichen Satz mit Zahl, Einheit, Grundgesamtheit, Geografie und Jahr. Keine Rückverweise, kein "dieser Wert", kein "wie oben".
  • Jede Kennzahl hat einen dauerhaften Anker. Anker-Adressen ändern sich nach der Veröffentlichung nie, weil andere sie zitieren.
  • Wir mitteln nie über Krankenkassen hinweg und stellen nie den Wert einer Kasse als den deutschen Wert dar.
  • Eigene Berechnungen sind als solche gekennzeichnet, mit angegebener Methode. Auf dieser Seite betrifft das drei Werte: das Jahresmittel der KM1-Monatswerte, den Anteil aller Betriebe mit Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (0,68 mal 0,65) und die Fortschreibung der Richtwerte nach § 20 Abs. 6 SGB V für 2025 und 2026.
  • Wir veröffentlichen kein eigenes Screening-Ergebnis. HEALTH PRIME führt betriebliche Gesundheitsscreenings durch, aber auf dieser Seite steht keine daraus abgeleitete Kennzahl. Sollten künftig aggregierte Auswertungen veröffentlicht werden, geschieht das ausschließlich aggregiert und pseudonymisiert, ohne Identifizierbarkeit einzelner Personen oder Kundenunternehmen, mit erzwungenen Mindestgruppengrößen, auf Grundlage einer ausdrücklichen Einwilligung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO in Verbindung mit § 22 BDSG, abgesichert durch eine Betriebsvereinbarung nach Art. 88 DSGVO, und unter strikter Trennung betriebsärztlicher Daten von arbeitgeberzugänglichen Daten (§ 6 ArbMedVV, ärztliche Schweigepflicht, § 203 StGB).

Warum diese Seite manche Zahlen doppelt nennt#

Weil Deutschland sie doppelt hat. Wo dieselbe Größe von verschiedenen Stellen verschieden gemessen wird, nennen wir alle Werte mit ihrer Bezugsbasis und geben eine Entscheidungsregel, statt eine Zahl auszuwählen und die anderen zu verschweigen. Das betrifft den Krankenstand (Abschnitt 1), den Anteil psychischer Erkrankungen an den Fehltagen (Abschnitt 4), die Arbeitsunfallzahlen (Abschnitt 6), die Erwerbsminderungsrenten (Abschnitt 4) und die Verbreitung von BGM (Abschnitt 7).

Aktualisierungskalender#

Deutschland veröffentlicht etwa alle sechs Wochen etwas Zitierfähiges. Diese Seite wird entsprechend aktualisiert. Der Kalender steht hier, damit Sie wissen, wann sich welche Zahl ändert.

ZeitpunktEreignisWas sich auf dieser Seite ändert
JanuarBMG, KM1-Jahresdatei des VorjahresMonatsreihe, eigene Jahresmittel-Berechnung
FebruarBKK Dachverband, Krankenstand des VorjahresKrankenstandstabelle
Februar / HerbstDGUV, Arbeitsunfallgeschehen und Statistiken für die PraxisAbschnitt 6
MärzWIdO, Fehlzeiten-Bilanz des VorjahresAlle AOK-Werte, Kurzfassung
MärzGallup, Engagement Index DeutschlandAbschnitte 8 und 9
AprilBarmer / bifg, GesundheitsreportBarmer-Werte
AprilDestatis, VerdiensterhebungRechner-Vorbelegung
JuliDAK-Gesundheitsreport und HalbjahresanalyseDAK-Werte
Juli / AugustDestatis, "Qualität der Arbeit: Krankenstand"Der Ankerwert der Seite. Kurzfassung, Rechner
August / SeptemberIW-Kurzbericht zur EntgeltfortzahlungKachel 2, Abschnitt 3
Anfang NovemberAOK/WIdO Fehlzeiten-Report (Buch)Themenschwerpunkt. Die Ausgabe 2026 erscheint am 2. November 2026 zum Thema "Mentale Gesundheit in der Arbeitswelt stärken"
NovemberGKV/MD-PräventionsberichtAbschnitt 7, Zeitreihe
DezemberBKK Gesundheitsreport; BAuA-Kostenblatt und SuGAAlle BAuA-Werte
DezemberGKV-Leitfaden Prävention, revidierte FassungAbschnitt 10
Oktober 2026BAuA-Arbeitszeitbefragung, Welle 6, rund 13.000 Personenneuer Abschnittsbaustein, sobald publiziert
1. Juli 2027Evaluationsbericht nach § 20a Abs. 6 SGB VAbschnitt 10
20273. Präventionsbericht der Nationalen Präventionskonferenz (§ 20d Abs. 4 SGB V)Abschnitte 7 und 10
alle ca. 5 bis 6 JahreBIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung (zuletzt 2024), ESENER (zuletzt 2024)Abschnitte 4, 7 und 9
unregelmäßigiga-Reporte, GDA-Betriebsbefragung, #whatsnext, ifaa-TrendstudienAbschnitte 7 und 8

Zahlen, die wir bewusst nicht veröffentlichen, und warum#

Die folgenden Aussagen zirkulieren im deutschen BGM-Markt. Wir führen sie hier auf, weil das Weglassen ohne Erklärung wie ein Versehen aussähe, und weil die Begründung nützlicher ist als die Zahl.

Zur ROI-Frage

  1. "1 Euro BGM bringt 2,50 bis 4,80 Euro zurück." Die Kette lautet iga.Report 13 (2008), iga.Report 3 (2003), Aldana (2001), drei US-Studien in US-Dollar. Keine deutschen Daten. Außerdem existiert die Spanne so nicht: die Quelle schreibt "1:2,5 bzw. 1:4,85", zwei getrennte Studienergebnisse.
  2. "Jeder Euro in Prävention zahlt sich mit 5 bis 16 Euro aus." Eine US-Dollar-Spanne aus Aldana (2001), zitiert in Fußnote 6 einer Beratungsstudie von 2011. Dieselbe Ursprungsquelle wie Punkt 1.
  3. Ein ROI von 2,7 ohne die 1,8. Wer den Mittelwert aus iga.Report 40 nennt, ohne die auf derselben Seite ausgewiesene Qualitätsstratifikation, unterdrückt den Befund. Wir nennen beide (Abschnitt 8).
  4. Jedes Versprechen eines bestimmten ROI für Ihr Unternehmen. Die Evidenz erlaubt es nicht. Wir bauen deshalb auch keinen ROI-Rechner.

Zur Präsentismusfrage

  1. "Präsentismus verursacht zwei Drittel der krankheitsbedingten Kosten" und die Wertepaare 2.399 Euro gegenüber 1.199 Euro je Mitarbeitendem und Jahr. Eine Beratungsschätzung von 2011 für das Bezugsjahr 2009, die sich selbst als "näherungsweise Rechnung" bezeichnet, überwiegend auf US-Literatur beruht und deren eigene Empirie eine qualitative Befragung von gut zwanzig Unternehmen ist.
  2. "225 Mrd. Euro Wertschöpfungsausfall", der BAuA zugeschrieben. Die 225 Milliarden stammen aus derselben Studie von 2011 für das Bezugsjahr 2009. Der BAuA-Wert für 2024 ist 227 Milliarden Euro. Die zufällige Nähe beider Zahlen macht diesen Fehler häufig.
  3. Jede deutsche Präsentismus-Kostenzahl. Es gibt derzeit keine, die den Anforderungen dieser Seite genügt.

Zum Krankenstand

  1. Jeder gemittelte deutsche Krankenstand und jeder Wert einer einzelnen Kasse, der als "der deutsche Krankenstand" präsentiert wird.
  2. 134 Mrd. Euro als erreichbares Einsparpotenzial. Die BAuA bezeichnet den Wert selbst als Präventionspotenzial unter der extremen Annahme vollständiger Vermeidbarkeit.
  3. 491,6 Mrd. Euro als Kosten der Fehlzeiten. Die Krankheitskostenrechnung enthält ausschließlich direkte Behandlungskosten und schließt den Produktionsausfall ausdrücklich aus.
  4. "400 bis 500 Euro je Krankheitstag" und ähnliche Werte. Sie stammen ausschließlich von Anbieter-, Makler- und HR-Blogs, ohne Primärquelle und ohne Methode.
  5. "348 Euro je Ausfalltag" aus acht Stunden mal den Arbeitskosten je Stunde. Arithmetisch nachvollziehbar, konzeptionell falsch: der Stundenwert bezieht sich auf geleistete Stunden, in denen Fehlzeiten bereits herausgerechnet sind.
  6. Die vollständige Destatis-Zeitreihe zwischen 1991 und 2025. Nur einzelne Stützjahre sind gegen die Quelle geprüft. Die Zwischenjahre erscheinen erst, wenn sie aus der IAB-Arbeitszeitrechnung gezogen sind.

Zur psychischen Gesundheit

  1. Jede deutsche Burnout-Prävalenz. "Jeder fünfte Beschäftigte spürt Burnout-Symptome" stammt aus einer Unternehmensbefragung auf einem selbstselektierten Online-Panel und ist keine Epidemiologie. Für "13 Millionen Deutsche leiden an Burnout", "Burnout-Rate 25 bis 30 Prozent" und "Burnout kostet die deutsche Wirtschaft X Milliarden Euro" ließ sich keine Primärquelle finden. Das häufig zitierte "RKI-Burnout-Faktenblatt (Hapke et al. 2012, GBE kompakt)" existiert nicht; weder das RKI-Repositorium noch die Reihe GBE kompakt enthalten eine Burnout-Ausgabe, und das DGPPN-Faktenblatt vom März 2026 enthält keine einzige Burnout-Zahl. Die einzige echte Primärquelle ist Maske, U. E., Riedel-Heller, S. G., Seiffert, I., Jacobi, F. und Hapke, U. (2016), Häufigkeit und psychiatrische Komorbiditäten von selbstberichtetem diagnostiziertem Burnout-Syndrom, Psychiatrische Praxis 43(1), 18-24, DOI 10.1055/s-0034-1387201. Sie beruht auf DEGS1-Daten mit Feldzeit 2008 bis 2011 und misst, ob jemand angibt, eine Ärztin oder ein Arzt habe ihm einmal ein Burnout attestiert. Selbstberichtete Diagnose, keine klinische Feststellung. Burnout ist außerdem nach ICD-10 (Z73.0) und ICD-11 (QD85) keine psychische Störung, sondern ein Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst, und hat daher in Deutschland keine etablierte diagnostische Prävalenz. Die neueren RKI-Erhebungen enthalten keinen Burnout-Indikator.
  2. "27,8 Prozent der Erwachsenen haben eine psychische Erkrankung" ohne den Erhebungszeitraum. Es ist eine Messung aus DEGS1 mit Feldzeit 2008 bis 2011. Wir nennen den Zeitraum immer im selben Satz.
  3. Symptomraten aus der RKI Mental Health Surveillance als Erkrankungshäufigkeit. Die DGPPN stellt ausdrücklich fest, dass sie "keine direkten Rückschlüsse auf die Prävalenz psychischer Erkrankungen" erlauben.
  4. "43 Prozent" oder "47,7 Prozent" der Frühberentungen wegen psychischer Erkrankungen. Der erste Wert ist ein veralteter Stand der ICD-Reihe, der zweite ist der Frauenanteil. Aktuell sind 42,0 Prozent (ICD, 2024) und 41,1 Prozent (Indikationsgruppe, 2025), und die beiden Systematiken dürfen nie in einer Zeitreihe erscheinen.
  5. Ein Anteil derer, die ihre Depression vor dem Arbeitgeber verheimlichen. In den Unterlagen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe ist keine solche Zahl auffindbar.
  6. "184 Fehltage je 100 Versicherte wegen psychischer Erkrankungen im ersten Halbjahr 2026" der DAK. Die Zahl kursiert, steht aber nicht in der Pressemitteilung vom 20. Juli 2026. Sie erscheint hier erst, wenn das Primärdokument sie belegt.

Zu Unfällen und Berufskrankheiten

  1. SuGA- und DGUV-Unfallzahlen in einer Reihe. Unterschiedlicher Versicherungsumfang, beide amtlich. Wir verwenden durchgängig die DGUV-Systematik und benennen sie.
  2. Der Rückgang der Berufskrankheiten-Anerkennungen 2023 auf 2024 als Präventionserfolg. Er ist die Normalisierung der COVID-Anerkennungen unter BK 3101.

Zur Verbreitung von BGM

  1. "89 Prozent der deutschen Unternehmen betreiben BGM." Der Wert stammt aus einer selbstselektierten, großbetriebslastigen Stichprobe (nur 3,3 Prozent unter zehn Beschäftigten, 27,2 Prozent über tausend) und ist ohne diese Zusammensetzung nicht veröffentlichungsfähig.
  2. "53 Prozent der Unternehmen bieten BGF an." Die BIBB/BAuA-Zahl bezieht sich auf Beschäftigte, denen ein Angebot bekannt ist, nicht auf Unternehmen.
  3. "65 Prozent der Betriebe beurteilen psychische Belastung." Die 65 Prozent beziehen sich auf Betriebe, die überhaupt eine Gefährdungsbeurteilung durchführen, also auf rund 44 Prozent aller Betriebe.
  4. "68 Prozent der Betriebe führen mindestens eine BGF-Maßnahme durch." Offenbar eine Fehllesung des 68-Prozent-Werts zur Gefährdungsbeurteilung.
  5. Der Rückgang der Gefährdungsbeurteilung von 98 auf 91 Prozent bei Betrieben ab 250 Beschäftigten. Die BAuA weist die Fallzahlen (n = 53 und 48) selbst als zu klein für einen Vergleich aus.
  6. Ein "Anteil der Betriebe mit BGM" aus dem IAB-Betriebspanel. Der zirkulierende Wert von 27 Prozent hat das Datenjahr 2012 und ist für eine Seite von 2026 zu alt.

Zum Rechtsrahmen und zu internationalen Zahlen

  1. Jede Behauptung einer neuen EU-Richtlinie zu psychosozialen Risiken. Es existiert keine.
  2. Jede Behauptung, Kleinbetriebe seien von der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung befreit. Aufgehoben am 25. Oktober 2013.
  3. Jede Behauptung, die telefonische Krankschreibung sei abgeschafft oder ein Karenztag eingeführt worden. Angekündigt, nicht beschlossen.
  4. Die amtlichen Richtwerte nach § 20 Abs. 6 SGB V für 2025 und 2026. Wir kennen sie nicht. Was auf dieser Seite steht, ist eine als solche gekennzeichnete eigene Fortschreibung.
  5. Einsatzzeiten nach der überarbeiteten DGUV Vorschrift 2. Das Inkrafttreten erfolgt je Unfallversicherungsträger; eine bundesweite Zahl gibt es nicht.
  6. 76 Mrd. Euro als "die Kosten psychischer Erkrankungen in Europa". Es sind ausschließlich direkte Gesundheitsausgaben und kein Ersatz für die 600 Milliarden Euro der Gesamtrechnung von 2018 (Bezugsjahr 2015).
  7. Der deutsche Eurostat-Wert von 25,8 Prozent psychosozialer Belastungsexposition als Beleg, dass deutsche Arbeitsplätze weniger belastend seien. Neunzehn Punkte unter dem EU-Durchschnitt ist ein methodischer Ausreißer, und Eurostat kennzeichnet die deutschen Daten selbst mit Vorbehalten.
  8. Deutschland-spezifische ESENER-2024-Prozentwerte aus zusammenfassenden Sekundärquellen. Die kursierenden Werte vermischen EU- und Länderergebnisse.
  9. Die WHO-Angabe "12 Milliarden Arbeitstage / 1 Billion US-Dollar" als aktuelle WHO-Messung. Es ist eine WHO/ILO-Schätzung von 2022 ohne Quellenzuordnung im Faktenblatt selbst.

Und grundsätzlich

  1. Jede Zahl aus einem BGM-Anbieterblog, die keine Primärquelle nennt. Der deutsche BGM-Inhaltsraum ist stark kontaminiert; wir behandeln jede nicht primäre Quelle als ungeprüft.
  2. Jedes eigene Screening-Ergebnis von HEALTH PRIME. Siehe Abschnitt 13.

Diese Seite zitieren#

Text

HEALTH PRIME (2026). BGM-Kennzahlen Deutschland 2026: Krankenstand,
Fehlzeiten und Kosten in Zahlen. Health Prime AG, Wollerau (Schweiz).
https://health-prime.org/de-de/bgm-zahlen-deutschland
(abgerufen am TT.MM.JJJJ).

APA

HEALTH PRIME. (2026). BGM-Kennzahlen Deutschland 2026: Krankenstand,
Fehlzeiten und Kosten in Zahlen.
https://health-prime.org/de-de/bgm-zahlen-deutschland

BibTeX

@misc{healthprime2026bgmde,
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                   Fehlzeiten und Kosten in Zahlen}},
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  note         = {Stand: September 2026}
}

Eine einzelne Kennzahl zitieren. Jede Kennzahl hat einen dauerhaften Anker. Nennen Sie bitte beide Quellen, die Primärquelle und diese Seite:

Statistisches Bundesamt (2026), Krankenstand 2025, zitiert nach
HEALTH PRIME, BGM-Kennzahlen Deutschland 2026,
https://health-prime.org/de-de/bgm-zahlen-deutschland#krankenstand-destatis-2025

Rückfragen. Zu einzelnen Zahlen erreichen Sie uns unter info@health-prime.ch oder +41 44 250 28 71 (Health Prime AG, Wollerau, Schweiz).

Die Schweizer Schwesterseite. Die entsprechenden Schweizer Kennzahlen finden Sie unter health-prime.ch/bgm-zahlen-schweiz. Die beiden Seiten sind bewusst nicht ineinander umgerechnet: Schweizer und deutsche Absenzstatistiken verwenden andere Erhebungssysteme, andere Rechtsgrundlagen und andere Währungen.

Änderungsprotokoll#

DatumÄnderung
September 2026Erstveröffentlichung. 77 Kennzahlen, 35 Quellen, Datenstände 2016 bis 2026, Rechtsstand September 2026. Enthält die Erstveröffentlichung des Acht-Quellen-Vergleichs zum deutschen Krankenstand, der aus vier GKV-Präventionsberichten zusammengesetzten BGF-Zeitreihe 2015 bis 2024 und der vollständigen Qualitätsstratifikation der ROI-Werte aus iga.Report 40.

Geplant

ZeitpunktGeplante Änderung
November 2026Aktualisierung gegen den GKV/MD-Präventionsbericht und den AOK-Fehlzeiten-Report 2026 (Erscheinungstermin 2. November 2026, Thema mentale Gesundheit)
Dezember 2026Aktualisierung gegen das BAuA-Kostenblatt und den SuGA-Bericht für das Berichtsjahr 2025 sowie den BKK Gesundheitsreport
Januar 2027Aktualisierung der KM1-Monatsreihe und der eigenen Jahresmittel-Berechnung
März 2027Aktualisierung gegen die WIdO-Fehlzeiten-Bilanz 2026 und den Gallup Engagement Index Deutschland 2026

Kontakt

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Ansprechpartnerin für Projekte in Deutschland ist die Schweizer Gesellschaft. Wir klären Umfang, Beteiligte und Datenschutzfestlegungen vor jedem Projekt schriftlich.

Health Prime AGSamstagernstrasse 558832 Wollerau, SchweizTelefon +41 44 250 28 71info@health-prime.ch